Künsebecker Model Laura Kindt unterstützt Anti-Krebs-Kampagne – Leidensgeschichte öffentlich gemacht Foto-Shooting gegen den Krebs

Halle (WB). Das Künsebecker Model Laura Kindt engagiert sich zusammen mit Kolleginnen und Betroffenen in Myriam von M's. Kampagne gegen Krebs und für intensivere Vorsorge. Ihr Foto ist schon auf der Facebook-Seite des Alternative-Models aus Wiesbaden zu sehen.

Von Klaus-Peter Schillig
Von Nebelschwaden umwölkt, mit T-Shirt der Kampagne bekleidet, präsentiert sich die Künsebeckerin Laura Kindt auf einem der vergangenen Wochenende entstandenen Bilder.
Von Nebelschwaden umwölkt, mit T-Shirt der Kampagne bekleidet, präsentiert sich die Künsebeckerin Laura Kindt auf einem der vergangenen Wochenende entstandenen Bilder. Foto: Dan Shoot

Laura Kindt war im vergangenen Jahr bis ins Finale eines bundesweiten Model-Wettbewerbs der Textil-Kette Ernsting's-Family gekommen. Nach Auftritten bei Modenschauen und Hochzeitsmessen sind Profifotografen auf sie aufmerksam geworden. Immer häufiger wird sie auch für Foto-Shootings engagiert. »Mit Modeln kann man ganz gut das Studium finanzieren«, erzählte die 23-jährige Lehramtsstudentin schon vor dem Ernsting's-Finale. Diesmal allerdings ging es nicht ums Geld. »Das habe ich ganz freiwillig gemacht. Und das würde ich auch immer wieder tun. Ich würde mir wünschen, dass ich andere Mädchen anspornen kann, so früh wie möglich Krebsvorsorge-Untersuchungen in Anspruch zu nehmen.«

Die Künsebeckerin hat über die Fotografin Leonique Lacroix, mit der sie schon häufig zusammengearbeitet hat, die Einladung zum Foto-Termin bekommen, an der auch der Coesfelder Fotograf Daniel Lauber (»Dan Shoot Pictures«) teilgenommen hat. Beide hatten angeboten, mit ihren Fotos die Kampagne »Fuck Cancer« zu unterstützen. »Das sind größtenteils sehr ernste Fotos geworden. Gelächelt haben eigentlich nur die Frauen, die eine Krebserkrankung überstanden haben«, erzählt Laura Kindt von der Atmosphäre.

Sie selbst jedenfalls steht voll hinter der Kampagne der jetzt 37-jährigen Myriam von M. (ihr Künstlername), mit deren teilweise erschütternder Geschichte sie sich eingehend beschäftigt hat – unter anderem auf der Internetseite http://myriam-von-m.de, auf Youtube oder auch auf der Facebook-Seite der Myriam von M. eindrucksvoll geschildert. Die Mutter von zwei Söhnen lässt die Öffentlichkeit teilhaben an ihrem Kampf gegen den Krebs, lässt Blicke in ihr seelisches Innenleben zu, schildert auf ihrem Blog auch ihre Ängste bei jeder Nachsorge-Untersuchung (»Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst zu überwinden«).

2002, im Alter von 25 Jahren, erhält Myriam von M. die schreckliche Diagnose »Invasives Plattenepithelkarzinom der Vulva«. Es folgen Klinikaufenthalte, Chemotherapien, Bestrahlungen. 2006 meldet sich der Krebs zurück, diesmal ganz anders: als Zervixkarzinom. Dessen Auslöser ist meist Humane Papillomviren (HPV, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. 2008 wird bei Myriam der Gebärmutterhals entfernt, Chemotherapien und Bestrahlungen begleiten ihr Leben. Und weitere Operationen. Sie verliert auch noch zwei ihrer wichtigsten Bezugspersonen durch Tod: ihre Oma und ihre beste Freundin. Als die Entfernung der Gebärmutter geplant ist, geschieht ein kleines Wunder. Sie wird erneut schwanger und bringt ihren zweiten Sohn gesund zur Welt. Alles nachzulesen auf ihrer Internetseite.

 Myriam von M. mag auf Fotos wirken wie eine schrille Persönlichkeit. Ihr Körper ist bedeckt von kunstvollen Tattoos, auch ihre Augenbrauen sind tätowiert und bilden einen kühnen Schwung über ihren schönen, dunklen Augen. So jedenfalls beschreibt sie ein Artikel im »Main-Echo«. So ungewöhnlich wie ihr Äußeres, so krass klingt der Titel ihrer Kampagne: »Fuck Cancer« (cancer = Krebs). Unter diesem Namen hat sie auch eine ganze Reihe von Produkten auf den Markt gebracht, die online unter http://fuck-cancer-shop.de/ angeboten werden.

»Als ich zum ersten Mal diesen Namen auf meiner Facebook-Seite benutzt habe, wurde sie erstmal gesperrt,« erzählt Laura Kindt. Sie habe die Hintergründe dann schriftlich erläutern müssen. Das wird sie als angehende Sekundarstufe-I-Lehrerin sicher noch häufig genug auch mündlich tun. Schließlich trifft sie hier auf eine Altersklasse, in der bei Mädchen die Krebsvorsorge schon beginnen sollte. »Ich selbst bin mit 14 Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft worden«, erzählt Laura Kindt. Ab neun Jahren wird die Impfung empfohlen. Und weil die Mädchen ja immer früher erwachsen würden und einen Freund hätten, sollte auch entsprechend früh der Frauenarzt konsultiert werden, rät die Künsebeckerin. Der mache routinemäßig einen Abstrich.

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