Gütersloh: Seit Juli 2017 haben sich erst 13 Prostitutionsbetriebe angemeldet Gewerbekontrolle im Bordell

Gütersloh (WB). Die seit Juli vergangenen Jahres geltende Meldepflicht für Bordelle hat ein überraschendes Ergebnis. Nach den Anmeldezahlen, die dem Kreisgesundheitsausschuss vorgelegt werden, gibt es nur 13 Bordellbetriebe im gesamten Kreis Gütersloh.

Von Stephan Rechlin
Seit Juli 2017 unterliegen Bordellbetriebe im Kreis Gütersloh dem Prostituiertenschutzgesetz. Betriebsinhaber müssen seitdem hohe Auflagen erfüllen. Viele haben ihren Betrieb deshalb aufgegeben oder an jemand anderen aus der Branche verkauft.
Seit Juli 2017 unterliegen Bordellbetriebe im Kreis Gütersloh dem Prostituiertenschutzgesetz. Betriebsinhaber müssen seitdem hohe Auflagen erfüllen. Viele haben ihren Betrieb deshalb aufgegeben oder an jemand anderen aus der Branche verkauft. Foto: dpa

Natürlich geht die Behörde davon aus, dass es deutlich mehr Prostitutionsbetriebe gibt. Allerdings ist der Nachweis schwierig. Die Beweispflicht liegt der Vorlage zufolge beim Kreis. Sogar Vororttermine gemeinsam mit der Kreispolizei hätten keine eindeutigen Nachweise erbracht. Rechtsverfahren seien mühsam und zögen sich lange hin.

Betriebskonzept

Bei den ihnen bekannten und angezeigten Betriebsstätten kontrollieren Kreisordnungsamt und Polizei ohnehin regelmäßig. Seit Jahresbeginn hätten sie eine Ordnungsverfügung und zwei Bußgeldbescheide erlassen. Die Gründe dafür teilt der Kreis nicht mit. Es kann sich dabei um wiederholt fehlende Papiere der Prostituierten gehandelt haben, um fehlende Ausweise und Legitimationen. Von 433 ostwestfalenweit gemeldeten Prostituierten stammen 100 aus Rumänien, 70 aus Deutschland, 67 aus Thailand, 55 aus Bulgarien, 38 aus Polen, 24 aus Lettland, 22 aus Litauen und 57 aus sonstigen Ländern. Oft hapert es der Vorlage zufolge auch am Brandschutz, an angemessenen Sanitäreinrichtungen oder einem Notrufsystem (Alarmknopf) für die Prostituierten. Für die Arbeitsräume sind Mindestgrößen und -ausstattungen einzuhalten.

Der Betreiber muss außerdem ein Betriebskonzept vorlegen, Unterlagen über sein Personal, Bau- und Nutzungsgenehmigungen, Grundrisszeichnungen, Mietvertrag bzw. Eigentumsnachweis und die Bescheinigung einer mängelfreien Schlussabnahme.

Gesundheitsberatung ist Pflicht

Acht von 13 Erlaubnisanträgen stammen aus der Stadt Gütersloh. Nur einer sei bisher genehmigt worden. Alle anderen arbeiteten noch an der Einhaltung der neuen Vorschriften. Mit dem neuen Gesetz habe es zahlreiche Betreiberwechsel gegeben. Jene, denen die Auflagen zu hoch wurden, gaben die Betriebe an andere ab, die mit den Behörden kooperieren. Insoweit habe das neue Gesetz im Kreis Gütersloh bereits jetzt zu geordneteren, besseren Verhältnissen geführt.

Unter den Begriff Prostitutionsbetrieb fallen nicht nur klassische Bordellbars, sondern auch Sauna-Clubs, Wohnungsbordelle, Escort-Services oder Gewerbetreibende in der Kundenakquise oder Raumvermietungen für das Ausrichten von Veranstaltungen.

Um sich anmelden zu können, müssen sich die Prostituierten vorher gesundheitlich beraten lassen. Diese Aufgabe hat das Ordnungsamt Bielefeld für alle Kreis in Ostwestfalen-Lippe übernommen. Von 433 Beratenen kamen 82 aus Gütersloh. 115 kamen aus dem Kreis Herford, 31 aus dem Kreis Lippe.

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