Gütersloh: Beirat stellt Ergebnis der Elternbefragung den Lokalpolitikern vor »Little Bird« wird überarbeitet

Gütersloh (WB). Der Streit zwischen dem Jugendamtselternbeirat und dem Bürgermeister blitzt im Jugendhilfeausschuss nur noch in einer spitzen Bemerkung von Volker Richter (SPD) auf. Ansonsten sind sowohl Jugenddezernent Joachim Martensmeier als auch alle Ausschussmitglieder vor allem an den Ergebnissen der Elternbefragung zur Qualität in Gütersloher Kindertagesstätten interessiert.

Von Stephan Rechlin
Thomas Berger und Anne Sandmann vom Jugendamtselternbeirat haben die Ergebnisse ihrer Elternbefragung im Gütersloher Jugendhilfeausschuss vorgestellt.
Thomas Berger und Anne Sandmann vom Jugendamtselternbeirat haben die Ergebnisse ihrer Elternbefragung im Gütersloher Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Foto: Stephan Rechlin

Über die Elternkritik am internetbasierten Anmeldesystem »Little Bird« habe Dezernent Martensmeier bereits mit dem Anbieter Regio IT gesprochen. Bis zum Sommer soll Eltern und Ausschuss mitgeteilt werden, ob technische Verbesserungen in der vorhandenen Anwendungsversion eingebaut werden können oder ob eine neue Version entwickelt werden muss. Nils Wittenbrink (CDU) versucht noch während der Sitzung, ein »fiktives Kind« über »Little Bird« in einem Gütersloher Kindergarten anzumelden: »Ich erhalte keine Angabe, ob es noch freie Plätze gibt. Das ist in der Tat unbefriedigend.« Anne Sandmann vom Beirat führt aus, dass in solchen Fällen auch die Hilfehotline nicht weiterhelfe.

Eine halbe Million Euro fließt in Ausbildung

Mehr Personal, flexiblere Öffnungszeiten: Natürlich könne die Stadt immer noch mehr machen, stellt Joachim Martensmeier fest. Doch seien die Kita-Besatzungen in den vergangenen drei Jahren bereits kräftig auf einen Bestand von 400 Mitarbeitern aufgebaut worden. Es gebe auch einen Springerpool, der im Zuge der gegenwärtigen Grippewelle jedoch an seine Grenzen geraten sei. Deshalb sei es durchaus vorgekommen, dass Eltern gebeten worden seien, ihre Kinder wieder abzuholen. Der feste Personalbestand werde um Berufspraktikanten, Fachoberschul-Praktikanten und Angehörige der praxisintegrierten Ausbildung ergänzt: »Allein unsere Ausbildung kostet uns eine halbe Million Euro pro Jahr. Wir stemmen da ein Riesending.«

Kibiz soll überarbeitet werden

Die flexibleren Öffnungszeiten sollen durch die Revision des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) ermöglicht werden. Martensmeier: »Ich bin gespannt, was die Landesregierung dazu vorlegen wird.« Norbert Morkes (BfGT) zweifelt an der Repräsentativität der 206 ausgewerteten Elternantworten. Doch Joachim Martensmeier nimmt diesen Ball nicht auf: »Wir gehen jeden Hinweis und jeder Kritik nach, unabhängig davon, ob sie von einer Mehrheit der Eltern stammt oder auch nicht.«

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