Gütersloher Architektin Birgit Melisch geht mit Idee zum Heidewald an die Öffentlichkeit Ein VIP-Raum über den Toiletten

Gütersloh (WB). Es sind acht Jahre alte Pläne, die die Gütersloher Architektin Birgit Melisch aus der Schublade gezogen, überarbeitet und beim Mitglieder-Infoabend des FC Gütersloh erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hat. Sie entsprechen ihrer Vorstellung von einem Multifunktionsraum mit Glasfassade im Heidewald.

Von Christian Bröder
Der Multifunktionsraum im Energieversum-Stadion im Heidewald im Schnitt. Die Planungen sehen das Bau-Objekt in der Kurve im Schatten der Haupttribüne vor.
Der Multifunktionsraum im Energieversum-Stadion im Heidewald im Schnitt. Die Planungen sehen das Bau-Objekt in der Kurve im Schatten der Haupttribüne vor.

Die ersten Überlegungen für einen zweigeschossigen Bau oberhalb der Toiletten-Anlage stammen aus dem Jahr 2010, als die 51-Jährige die Idee für den damaligen FCG-Funktionär und Mäzen Jörg Siekmann entwickelte.

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Die Gesamtsituation ist eher schäbig, wenngleich das Morbide den Charme ausmacht.

Birgit Melisch

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Im Rahmen der Weiterentwicklung des Stadionkomplexes hat die Ur-Gütersloherin jetzt auf Bitte des aktuellen Vereinsvorstandes ihre Keimzelle von einst »ehrenamtlich überarbeitet«. Als vereinsnaher Mensch (»Als Kind ging es mit der Familie in den Heidewald«) sei schließlich auch ihr an einer Aufwertung der aktuell 8500 Zuschauer fassenden Spielstätte gelegen: »Die Gesamtsituation ist eher schäbig, wenngleich das Morbide den Charme ausmacht.« Im Zuge der dringend notwendigen Sanierung der mit 2,05 Meter Deckenhöhe »eher putzigen« Toiletten hat Birgit Melisch nun also ihr »Eyecatcher«-Projekt von 2010 angepasst.

85 Quadratmeter großer Raum mit Theke und Teeküche im Obergeschoss

Herausgekommen ist dabei ein mehrgeschossiges Multifunktionsobjekt, das auf dem Grundriss rechtsseitig der Hauptribüne liegt. Es verfügt im Obergeschoss über einen 85 Quadratmeter großen Hauptraum mit Theke, Teeküche sowie Glasfassade zur Außenterrasse und einen separaten Jugendraum. »Im Untergeschoss befinden sich sanitäre Einrichtungen und eine Geschäftsstelle mit verglastem Zugang. Auch ein Fahrstuhl ist vorstellbar«, erklärt die Architektin, für die sich die Baumaßnahme durch »eine gewisse Bescheidenheit« auszeichnet und »nicht zu protzig« daherkommen soll.

Pläne vor Ratsvertretern präsentiert, Politik reagiert positiv

Vorm Gang an ein breites Publikum hat Melisch die Pläne mit FCG-Funktionären am Montag vergangener Woche einer kleinen Runde von Ratsvertretern vor Ort präsentiert. »Die Politik hat erst mal positiv reagiert«, sagt die Architektin. Dabei stehe bislang weder ein Umfang der finanziellen Investition fest, noch sei die Frage der Kostenübernahme geklärt.

Realisierung für 2019/2020 angestrebt

»Ich gehe davon aus, dass die Stadt einen Großteil mittragen muss und hoffe, dass wir die Umsetzung 2019/2020 realisieren können«, erklärt Hans-Hermann Kirschner vom FCG-Vorstand am Dienstag. Er betrachtet das Bau-Projekt als möglichen VIP-Raum und als einen Bereich für die breite Öffentlichkeit. »Man denke nur daran, dass es eventuell einen fußballbegeisterten Gütersloher gibt, der sich nichts Schöneres vorstellen kann, als dort zu heiraten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt«, erklärt Kirschner, der vor einer Antragsstellung im Laufe des Jahres die Planungsstudie bei der Stadt vorstellen möchte.

Haupttribüne soll mit Plastiksitzen ausgestattet werden

Bei der Verwaltung stehen derweil andere Maßnahmen im Vordergrund, etwa die unzumutbare Parkplatzsituation. Außerdem soll die Haupttribüne mit Plastiksitzschalen ausgestattet werden. »Die Mittel dafür sind im Haushalt 2018 verankert«, erklärt Fachbereichsleiter Wilhelm Kottmann,

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