Gütersloh: FDP-Ratsherr hat sich 43 Jahre lang auf diese Aufgabe vorbereitet Fuhrmann verstärkt den Gütersloher Rat

Gütersloh (WB). Der neue FDP-Ratsherr Eckhard Fuhrmann (67) wartet nicht ab, bis das Thema Fachhochschule (FH) mal irgendwann wieder als Tagesordnungspunkt in den Gremien auftaucht. Er lädt umgehend den hochschulpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion nach Gütersloh ein, um das Ausbauprojekt der FH voranzutreiben. Der Termin in der FH steht am 9. März.

Von Stephan Rechlin
Einer der Radständer vor dem Gütersloher Rathaus wird fortan von Eckhard Fuhrmann genutzt, der von März an für die Gütersloher FDP in den Rat einziehen wird.
Einer der Radständer vor dem Gütersloher Rathaus wird fortan von Eckhard Fuhrmann genutzt, der von März an für die Gütersloher FDP in den Rat einziehen wird. Foto: Stephan Rechlin

Die Entwicklung der Gütersloher Schullandschaft ist eines von drei Schwerpunktthemen, denen sich der Nachfolger von Florian Schulte-Fischedick in den zwei Jahren bis zur nächsten Kommunalwahl widmen möchte.

Und wie bei der FH fängt Fuhrmann dabei nicht bei Null an. In seiner ersten Rede für den am Donnerstagabend tagenden Ortsparteitag schlägt er vor, die in den Hauptschulen Nord und Ost mit Bravour entwickelte Berufsvorbereitung und -orientierung zum Schwerpunkt der neuen Gesamtschule zu küren und sich damit als eine von 30 »Talentschulen« um Landesmittel zu bewerben: »Im Koalitionsvertrag steht, dass Talentschulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen besonders gefördert werden sollen. Der Gütersloher Norden ist so ein Stadtteil.«

Das Leben holt die Partei ein

Noch nie dürfte ein so gut darauf vorbereiteter Bürger in den Gütersloher Rat eingezogen sein. In seinen Jahren als selbstständiger Raumausstatter hatte Eckhard Fuhrmann dafür keine Zeit. Er verfolgte die Ratssitzungen 43 Jahre lang aus den Zeitungen mit, nahm an Fraktionssitzungen teil, führte die Kasse der Gütersloher FDP, organisierte Events, Wahlkämpfe und das traditionelle Grünkohlessen mit prominenten Gästen.

Für einen 67 Jahre alten Rentner mit Listenplatz sechs war in der FDP eigentlich kein Ratsmandat vorgesehen. Doch dann holte das Leben die Partei ein, ließ Ratsherren zurücktreten, Ersatzkandidaten umziehen und verzichten. Es holte auch den Beschluss der Gütersloher FDP, dass Mitglieder, die älter als 60 Jahre sind, keine Ämter mehr übernehmen sollten.

Fuhrmann nimmt das mit liberalem Humor zur Kenntnis: »Beim Übergang von Florian Schulte-Fischedick zu mir kann man sicher von einem vollen Generationswechsel sprechen, wenngleich auch nicht in der üblicherweise darunter verstandenen Richtung.«

Die beiden anderen Schwerpunktthemen werden eine »solide Finanzpolitik« und die Konversion der beiden großen, militärischen Flächen in Gütersloh. Ohne eigene Fraktion im Rücken setzt Fuhrmann auf die Mitarbeit jüngerer Parteimitglieder.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.