»Don’t Stop The Music«: Show präsentiert die lange Geschichte des Tanzes Mit unerschöpflicher Kondition

Gütersloh (WB). Das Tourneeleben ist knallhart. 39 Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die kunterbunt zusammengestellte Truppe schon hinter sich, Gütersloh ist Nummer 40, und 21 weitere werden folgen.

Von Stefan Lind
Unter dem Motto »Don’t Stop The Music« hat die Choreografin Maricel Godoy eine eindrucksvolle Gruppe an Tänzern zusammengestellt.
Unter dem Motto »Don’t Stop The Music« hat die Choreografin Maricel Godoy eine eindrucksvolle Gruppe an Tänzern zusammengestellt. Foto: Stefan Lind

Allein diese Leistung verlangt schon größten Respekt von den Akteuren auf der Bühne. Denn was da am Mittwochabend in der leider nur mittelprächtig besuchten Stadthalle läuft, ist Energie pur, die Geschichte des modernen Tanzes der vergangenen 100 Jahre, destilliert in 90 Minuten Show. Unter dem Motto »Don’t Stop The Music« hat die international bekannte Choreografin Maricel Godoy eine gut 20-köpfige Gruppe an Tänzern zusammengestellt, die nicht nur flott auf den Beinen sein müssen, sondern auch regelmäßig die Kostüme wechseln, denn es geht im Sauseschritt durch die Jahrzehnte.

Und alles, was dem geneigten Zuschauer beim Thema Tanz so in den Kopf kommt, ist vertreten. das geht los mit dem Charleston, setzt sich fort beim Swing und Rock’n’Roll und endet mit Moonwalk, Hip Hop und Dubstep.

Von Charleston über Swing bis Disco

Die Musik dazu ist fachkundig ausgesucht: Da swingen Louis Armstrong und Ella Fitzgerald entspannt durch ihre Version von »Cheek To Cheek«, der Rock’n’Roll ist mit einem langen (und für die Tänzer besonders schweißtreibenden) Medley aus »What’d I Say« (Ray Charles), »Jailhouse Rock« (Elvis Presley) und »Rock Around The Clock« (Bill Haley) vertreten. Zum Thema Disco trällern die Bee Gees (»You Should Be Dancing«). Natürlich gibt es Michael Jackson zu hören, dazu Madonna, Whitney Houston oder Daft Punk. Und Rihanna sorgt mit »Don’t Stop The Music« für den titelgebenden Soundeindruck.

Das klappt alles dann ganz ausgezeichnet, wenn größere oder kleinere Truppen von Tänzern einfach nur mit Hilfe einer gelungenen Choreografie gute Laune im Saal verbreiten. Die Rock’n’Roller dürfen sich über besonders viel Beifall freuen, aber auch die Disco-Truppe kommt gut an, ebenso wie eine Michael-Jackson-Show und die Breakdance-Einlagen eines Tänzers, der eher untersetzt wirkt, aber unfassbare Dance-Moves drauf hat – in einem irren Tempo und mit schier unerschöpflicher Kondition.

Etwas problematisch wird es dann, wenn die Akteure tatsächlichen Stars nacheifern. Michael Jackson ist noch überzeugend, doch schon der John-Travolta-Verschnitt im weißen Showanzug etwas weiter vorne im Programm wirkt eher bemüht verkleidet, und spätestens die Lady-Gaga- und Madonna-Imitationen im zweiten Teil sehen mit ihren auffällig unechten Perücken aus, als seien sie einer Karnevalssitzung entsprungen. Dabei hätte die Produktion so viel Anbiederei an irgendwelche Promis gar nicht nötig, denn was die Truppe ansonsten zu bieten hat, ist Choreografie auf hohem Niveau und beste Unterhaltung. Der lang anhaltende Applaus des Publikums beweist das.

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