96 Einbrüche in sechs Wochen – Gütersloher Polizei sieht keinen dramatischen Anstieg Ganoven kommen auch tagsüber

Gütersloh (WB). Steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Gütersloh? Vom 1. Januar bis zum 15. Februar gab es 96 Einbrüche in Firmen, Büros, Geschäften oder Wohnhäusern, nur wenige blieben im Versuchsstadium stecken. Auf den ersten Blick eine erschreckende Zahl. Doch Polizeisprecherin Katharina Felsch beruhigt: »Wir verzeichnen hier keinen dramatischen Anstieg.«

Von Wolfgang Wotke
Bei ungesicherten Wohnungstüren oder Fenster haben Diebe leichtes Spiel. Die Polizei gibt Tipps, wie man sein Haus schützt.
Bei ungesicherten Wohnungstüren oder Fenster haben Diebe leichtes Spiel. Die Polizei gibt Tipps, wie man sein Haus schützt. Foto: dpa/Symbolfoto

Trotzdem sind manche Bürger besorgt. Nicht zuletzt wegen der zwei gewalttätigen Einbrüche vor wenigen Tagen in Harsewinkel. Das beweisen auch die vielen Einträge in den öffentlichen Netzwerken.

In Harsewinkel erschreckten Einbrecher ihre Opfer innerhalb von 24 Stunden mit einer perfiden Masche: Sie standen plötzlich mitten in der Nacht in den Schlafzimmern, weckten die Bewohner und forderten unter Gewaltandrohung Geld und Schmuck.

Von Männern mit Sturmhauben bedroht

Im Wohnhaus der angrenzenden Pferdehandlung an der »Alten Brockhäger Straße« sind die Täter gleich aggressiv zur Sache gegangen, wie die 70-jährige Bewohnerin berichtete. »Plötzlich wurde ich wach und die Männer standen mit Sturmhauben und Taschenlampen vor mir. Sie wollten Geld und gaben an, unseren Sohn gefesselt zu haben, außerdem hätten sie einen Benzinkanister dabei.« Eine Drohung, die sie schließlich veranlasste, Bargeld auszuhändigen. Danach seien die Männer geflohen.

Einbrüche im Überblick

15. Februar: Einbruch in ein Gütersloher Autohaus. 14. Februar: Einbruch in eine Tabakfirma in Gütersloh. 13. Februar: vier Einbrüche in Wohnungen und Büros in Gütersloh, Rietberg und Harsewinkel. 12. Februar: drei Einbrüche in eine Tankstelle, eine Postfiliale und ein Wohnhaus in Harsewinkel, Steinhagen und Rheda-Wiedenbrück. 5. Februar: zehn Einbrüche in verschiedenen Einrichtungen im gesamten Kreis. 2. Februar: drei Einbrüche in ein Seniorenheim in Werther, in Häuser in Gütersloh und Versmold. 30. Januar: neun Einbrüche in Firmen und Wohnhäuser in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Borgholzhausen. 27. Januar: Einbruchserie (9) in der Gütersloher City. 22. Januar: acht Einbrüche in Wohnhäuser, Geschäften, Gaststätten in Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Herzebrock und Versmold.

In einem anderen Fall wurde während des Einbruchs ein 64-jähriger Hausbewohner in Marienfeld nach einer Rangelei verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Werden die Ganoven jetzt auch immer brutaler? »Das, was in Harsewinkel passiert ist, sind absolute Ausnahmen«, sagt Katharina Felsch.

Viele Einbrecher meiden Körperkontakt

Diese Behauptung treffe nämlich nicht auf den »Durchschnitts-Einbrecher« zu. In der Regel sei er ausschließlich auf seine persönliche Bereicherung aus und habe kein Interesse an körperlichen Auseinandersetzungen. Einbrecher meiden meist Körperkontakt, um nicht erkannt zu werden, keine Spuren zu hinterlassen und schnell fliehen zu können. Die Fahndung nach den Tätern in Harsewinkel laufe auf Hochtouren.

Die Hälfte aller Einbrüche findet von Oktober bis Februar statt, wie aus Statistiken der Polizei hervorgeht. In dieser Zeit sind die Tage kurz, Dunkelheit schützt die Täter bei »ihrer Arbeit«.

Aber auch tagsüber haben Einbrecher ihre Hochzeiten. Jeder siebte Einbruch passiert zwar zwischen 22 und sechs Uhr, aber viele Diebe steigen am Tag zwischen 10 und 20 Uhr in Wohnungen ein. Sie rechnen damit, dass die Bewohner dann bei der Arbeit und nicht zu Hause sind. Besonders dreiste Diebe verschaffen sich Zutritt, obwohl jemand anwesend ist. »Das ist bei jedem zehnten Einbruch der Fall«, sagt die Statistik.

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