Kreis Gütersloh: Täter versuchen, Angerufene in Gespräche zu verwickeln Falsche Polizisten am Telefon

Gütersloh/Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Unbekannte haben am Dienstagabend mehrere Personen in Schloß Holte-Stukenbrock angerufen und sich als Polizisten ausgegeben.

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Nach Angaben der Polizei meldeten sich die Täter in bislang mindestens 15 Fällen telefonisch bei mehreren Anwohnern des Händelwegs und des Forellenwegs in Schloß Holte-Stukenbrock. Die Anrufer gaben sich als Polizeikommissare aus und versuchten, mit den Angerufenen ins Gespräch zu kommen.

Angerufene handelten richtig

Bevor es in diesen Fällen zu Schlimmerem kam, machten die Angerufenen laut einer Polizeisprecherin alles richtig: Sie beendeten sofort die Gespräche und informierten die Beamten. Besonders dreist: In manchen Fällen benutzten die Täter die Namen von echten Polizisten. »Rückrufe zu der angezeigten Nummer im Telefondisplay führten zu einem Anrufbeantworter und der Durchsage, dass die ›Polizeiwache‹ aktuell nicht besetzt sei und man sich in dringenden Fällen über 110 bei der Polizei melden solle«, heißt es in einer Mitteilung der Kreispolizeibehörde Gütersloh.

Die Polizei sucht nun Zeugen. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Händelwegs oder des Forellenwegs beobachtet? Wer kann sonst Hinweise zu Besonderheiten im Umfeld der Tatorte machen? Hinweise nimmt die Polizei in Gütersloh unter der Telefonnummer 05241/8690 entgegen.

Vorfälle häufen sich in jüngster Zeit

Vorfälle dieser Art häufen sich nach Angaben der Beamten in jüngster Vergangenheit: »Die Betrüger rufen häufig bei älteren Menschen an und manipulieren ihre Opfer in stundenlangen Telefonaten. Sie erzählen ihnen, dass die Polizei Einbrecher festgenommen habe und bei diesen eine Liste mit weiteren geplanten Einbruchsorten gefunden habe.« Darauf befände sich auch die Adresse des Angerufenen.

In allen Fällen fordern die Täter die Opfer auf, Wertgegenstände und Bargeld zum eigenen Schutz an einen ›Kollegen‹ zu übergeben. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, solle das Opfer mit niemandem über den Vorfall reden. Mit geschickter Gesprächsführung bringen die Täter die Opfer dazu, ihr gesamtes Barvermögen und mitunter sogar den Inhalt von Bankschließfächern nach Hause zu holen. Dort holt dann ein vermeintlicher Polizeibeamter Geld und Wertgegenstände ab.

Täter rufen aus dem Ausland an

Die Täter agieren häufig aus »Callcentern« im Ausland, können aber Telefonnummern wie die 110 im Display der Angerufenen erscheinen zu lassen. »Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint jedoch niemals die Rufnummer 110 im Telefondisplay«, warnt eine Polizeisprecherin.

Die Beamtin appelliert an die Bürger: »Wenn Sie Anrufe dieser Art mit oder ohne Anruferkennung bekommen, legen Sie sofort auf und beenden Sie das Gespräch. Geben Sie keinesfalls Geld, Schmuck oder sensible Daten heraus. Geben Sie keine Informationen dahingehend an Fremde, die Ihre Gewohnheiten, Arbeitszeiten, Anzahl der Familienmitglieder, Heimkehrzeiten oder gar Geheimnummern oder Kennwörter aller Art erfragen. Rufen Sie sofort die Polizei über den Polizeiruf 110, wenn Sie sich bedrängt fühlen oder Sie bestohlen wurden.«

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