Gütersloh: Ausschuss berät Resolution zur Frühförderung behinderter Kinder Landrat will Qualität erhalten

Gütersloh (WB). Das Düsseldorfer Gesundheitsministerium wird die geplante Reform der interdisziplinären Frühförderung behinderter Kinder nicht von einem möglichen Abbau von acht Arbeitsplätzen im Kreishaus Gütersloh abhängig machen. Doch Landrat Sven-Georg Adenauer geht es im Entwurf einer Resolution auch um die im Kreis Gütersloh hohe Qualität dieser Frühförderung.

Von Stephan Rechlin
Je früher behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder gefördert werden, desto besser sind ihre Entwicklungschancen. Im Kreis Gütersloh wird der Förderbedarf in einem dreistufigen Verfahren ermittelt.
Je früher behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder gefördert werden, desto besser sind ihre Entwicklungschancen. Im Kreis Gütersloh wird der Förderbedarf in einem dreistufigen Verfahren ermittelt. Foto: dpa

Vor acht Jahren hat Adenauer die medizinische, pädagogische und finanzielle Kompetenz in der Anlauf- und Diagnostikstelle »Frühe Hilfen« zusammengeführt. Dort werden Eltern von Anfang an in ein dreistufiges Verfahren einbezogen, das den präzisen Förderbedarf des jeweiligen Kindes ermittelt und in einen individuellen Förder- und Behandlungsplan umsetzt. Von der Eigenkompetenz der Eltern hänge jeder noch so kleine Fördererfolg ab – sie werden durch ein Netzwerk von fünf Leistungsanbietern und zusätzlichen Heilpädagogen unterstützt.

So aufwändig kommen nur wenige Kreise in Nordrhein-Westfalen dieser Aufgabe nach. Im Bundesteilhabegesetz wird darum eine einheitliche und verbindliche Frühförderung in ganz Deutschland gefordert. Eine Forderung, die Landrat Adenauer zum einen begrüßt, zum anderen fürchtet. Der wer garantiert schon, dass der Gütersloher Weg zum Standard wird? Viele Kreisen würde er erst einmal höhere Kosten einbringen.

Das Düsseldorfer Ministerium plant, die Zuständigkeit der Frühförderung künftig den Landschaftsverbänden zu übertragen. Dagegen vor allem zielt die Resolution, über die heute der Kreissozialausschuss in einer Sondersitzung berät. Ein Änderung der Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten könne unter anderem dazu führen, dass Kindergarten-Kinder ihren Förderanspruch verlieren und Eltern künftig weit fahren müssen, um Rat zu bekommen.

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