Gütersloher Fotografin Jessica Bochinski (29) plant Projekt Am Polarkreis den Sinn des Lebens finden

Gütersloh (WB). Eine Fotografin will zum Polarkreis reisen. Sie hat eine Frage im Gepäck: »Was zählt wirklich im Leben?« Die Internetgemeinde soll ihr die Reise bezahlen.

Von Carsten Borgmeier
Jessica Bochinski ist leidenschaftliche Reise-Fotografin. Besonders am Herzen liegen ihr die nordischen Länder.
Jessica Bochinski ist leidenschaftliche Reise-Fotografin. Besonders am Herzen liegen ihr die nordischen Länder.

»Schon lange beschäftigen mich Beobachtungen, die ich fast täglich bei vielen Menschen mache: Wir haben vergessen, was im Leben wirklich zählt. Wir beschäftigen uns mit allem, aber nicht mit dem, was uns glücklich macht«, so Jessica Bochinski (29). Mit ih­rem Foto- und Video-Projekt »Nordwind« will die Gütersloherin Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft davon überzeugen, dass »weniger mehr sein kann«.

Schritt in die Selbstständigkeit als Portrait- und Hochzeitsfotografin

Die 29-Jährige stammt aus Gelsenkirchen, sie absolvierte eine dreijährige Lehre zur Fotografin und schloss ein Grafik-Design-Studium an. Seit 2011 lebt Bochinski mit ihrem Partner in Gütersloh, 2012 wagte die junge Kreative den Schritt in die Selbstständigkeit als Portrait- und Hochzeitsfotografin.

Jessica Bochinski will die Gütersloherin Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft davon überzeugen, dass »weniger mehr sein kann«.

»Meine Leidenschaften sind Fotografie und Reisen«, berichtet Bochinski, die ihre Touren nach Kanada, Island, Spanien oder Costa Rica ausführlich auf ihrem Internet-Blog in Wort und Bild dokumentiert. »Damit wir in dieser schnelllebigen Zeit wieder einen Gang zurück schalten und uns auf das besinnen, was wirklich zählt, habe ich mein neues Projekt gestartet«, erläutert die Fotografin.

In der kargen, von extremem Klima geprägten Polarregion will Jessica Bochinski 2018 oder 2019 mit Menschen ins Gespräch kommen, die nicht so »im Überfluss leben wie wir«. Sie will Menschen fotografieren und filmen, die mit weitaus weniger Konsum klarkommen müssen als Einwohner in der »Komfortzone Deutschland«.

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Damit wir in dieser schnelllebigen Zeit wieder einen Gang zurück schalten und uns auf das besinnen, was wirklich zählt, habe ich mein neues Projekt gestartet.

Jessica Bochinski

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»Die strengen Winter am Polarkreis sorgen dafür, dass Einheimische sich auf die wirklich zentralen Dinge des Lebens fokussieren müssen«, umschreibt Bochinski ihr Vorhaben, sie fügt an: »Das täte uns auch mal gut.« Doch bevor sie ihre Reise- und Fototasche packen und gen Norden aufbrechen kann, braucht die Gütersloherin ein Mindestbudget von 4500 Euro. Diesen Betrag will sie über ein sogenanntes Crowdfunding auf der Internet-Plattform Startnext zusammenbekommen.

Strenge Regeln beim Spendensammeln

Für diese Art, Spenden zu sammeln, gibt es Regeln, die in einem Vertrag fixiert worden seien: Das Geld dürfe sie nur für das Projekt verwenden, alles andere sei Betrug. »Bekomme ich bis zum Stichtag Dienstag, 20. März, den Betrag nicht zusammen, geht das Geld an die jeweiligen Spender zurück«, erklärt die junge Frau.

Die Resultate ihrer Reise zum Polarkreis sollen in einem Bildband, in Ausstellungen, Vorträgen sowie als Film veröffentlicht werden. Weiteres gibt es im Web unter www.lichtmoment-fotografie.de.

Ihr Freund muss hin und wieder als Statist in ihren Fotos herhalten. Das Paar reist gern und viel. Foto: Jessica Bochinski

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