Waldbauern-Verband NRW: Gütersloher Bezirksgruppe bilanziert Sturmschäden im Kreisgebiet »Friederike« nicht ganz so wild wie »Kyrill«

Gütersloh (WB). Die Schäden, die Sturmtief »Friederike« vor etwa zwei Wochen auch in Wäldern des Gütersloher Kreisgebietes verursacht hat, sind offenbar bei weitem nicht so schlimm wie nach Orkan »Kyrill« vor elf Jahren.

Heinrich-Theodor Venghaus (62), Holger-Karsten Raguse (54) und Johanna Ahlmeier (33, von links) diskutieren in Isselhorst.
Heinrich-Theodor Venghaus (62), Holger-Karsten Raguse (54) und Johanna Ahlmeier (33, von links) diskutieren in Isselhorst. Foto: Carsten Borgmeier

Dies sagte Johanna Ahlmeier (33) vom ostwestfälisch-lippischen Regionalforstamt am Montag beim Treffen der Gütersloher Waldbauern in der Gaststätte »Zur Linde« in Isselhorst. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Gütersloher Bezirksgruppe, Heinrich-Theodor Venghaus (62) aus Werther, und Holger-Karsten Raguse (54) als Leiter des Regionalforstamtes in Minden begrüßte Ahlmeier etwa 80 Waldbesitzer zum Jahrestreffen.

Nach Angaben der Diplom-Forstwirtin sind durch »Friederike« am Donnerstag, 18. Januar, im Kreisgebiet nach ersten Schätzungen 34.000 Festmeter Laub- und Nadelholz umgeworfen worden. Bundesweit soll sich ihren Informationen nach der Schaden vorläufig auf sieben Millionen Festmeter belaufen. Zum Vergleich: Der Orkan »Kyrill« habe auf den Tag genau vor elf Jahren 40 Millionen Festmeter zerstört, berichtete Johanna Ahlmeier.

»Auf Sicht der folgenden sechs Monate gibt es genügend freie Kapazitäten«

Als Folge von »Friederike« geht die Expertin davon aus, dass der Preis für den Festmeter geringfügig sinken werde. Habe der vor dem Sturm beispielsweise bei Nadelholz zwischen 90 und 92 Euro gelegen, werde er nun wohl um drei bis fünf Euro pro Festmeter sinken. Ahlmeiers Angaben zufolge werde es aufgrund der doch überschaubaren Menge an Sturmholz in den Sägewerken nicht zum Engpass kommen. »Auf Sicht der folgenden sechs Monate gibt es genügend freie Kapazitäten.«

Während die 33-Jährige ihren Zuhörern, darunter auch Ehrengäste wie Dr. Christine Disselkamp (CDU) als stellvertretende Landrätin, Wilhelm Gröver (Abteilung Umwelt, Kreisverwaltung) oder Ex-Forstamtsleiter Franz Stockmann (63), einen aktuellen Bericht über den Holzmarkt im Regierungsbezirk lieferte, thematisierten Venghaus und Raguse die bundesweiten Folgen eines Kartellrechtsverfahrens im süddeutschen Raum. Demzufolge dürfen die staatlichen Forstverwaltungen private Waldbesitzer nicht mehr dabei unterstützen, ihre Baum-Ernte zu vermarkten. Raguse wertete dies als gewaltige Aufgabe, da die privaten Waldbesitzer eine völlig neue Organisation, eine Art Dachverband zum Vermarkten, erschaffen müssten.

Die Bezirksgruppe Gütersloh im Waldbauernverband NRW hat nach Angaben von Venghaus ungefähr 300 Mitglieder. Im Kreis gibt es 133,2 Quadratkilometer Wald.

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