Gütersloh: Umfrage des Jugendamtselternbeirates fällt überhaupt nicht schlimm aus Kita-Eltern geben Verbesserungstipps

Gütersloh (WB). So schlimm sind die Gütersloher Eltern von Kindergartenkindern ja gar nicht. Sie sind sogar überwiegend zufrieden mit der pädagogischen Arbeit in den Kitas der Stadt, geben in der Umfrage des Jugendamtselternbeirates aber auch Verbesserungstipps.

Von Stephan Rechlin
Thomas Berger und Anne Sandmann vom Jugendamtselternbeirat präsentieren das Ergebnis ihrer Elternumfrage der Presse, auch wenn der Bürgermeister das nicht möchte.
Thomas Berger und Anne Sandmann vom Jugendamtselternbeirat präsentieren das Ergebnis ihrer Elternumfrage der Presse, auch wenn der Bürgermeister das nicht möchte. Foto: Stephan Rechlin

Zum Beispiel zum Thema Mahlzeiten. Der Anspruch der Kita am Brockweg, täglich frisch von einer eigenen Köchin bekocht zu werden, ist eine Ausnahme. Ein frisches Essen sollte es schon sein, doch wichtiger sind 92 Prozent der 206 befragten Eltern gemeinsame eingenommene Mahlzeiten und Tischsitten. Anne Sandmann: »Wenn zu Hause eingeübt wird, nicht alles mit den Fingern zu essen, dann muss in der Kita auch darauf geachtet werden. Sonst wird es nie was.«

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage, das die Presse auf Geheiß des Bürgermeisters in der vergangenen Woche noch nicht erfahren durfte, ist der ausgeprägte Wunsch (94,8 Prozent) nach einer funktionierenden Krankheitsvertretung in den Einrichtungen. Thomas Berger: »In einigen Einrichtungen haben Eltern erfahren, dass das ganze System zusammenbricht, wenn auch nur eine Erzieherin krank wird.« Eng mit diesem Thema verknüpft ist der Wunsch nach flexiblen Öffnungszeiten. Vor allem Eltern, die im Schichtdienst oder im Einzelhandel arbeiten, kommen mit den starren, im Kinderbildungsgesetz vorgegebenen Zeitkontingenten 25-35-45 Stunden nicht zurecht: »Manche würden ihr Kind lieber erst mittags zur Kita bringen und dann am Abend abholen, weil ihre Arbeitszeiten ebenso so geschnitten sind«, erläutert Anne Sandmann.

81 Prozent Mütter, 58 Prozent in Teilzeit

Dieser Wunsch hängt vielleicht mit der beruflichen Zusammensetzung der online und auf der Straße befragten Eltern zusammen; 81 Prozent sind Mütter, 58 Prozent von ihnen arbeiten Teilzeit. Zu schaffen mache ihnen auch die Teilschließung ihrer Kitas während der Sommerferien. Michael Buschsieweke vom Wertkreis Gütersloh vertritt selber einen Kita-Träger: »In den Sommerferien kann ein Großteil des Urlaubsanspruchs der Erziehrinnen abgebaut werden. Falls sie das nicht mehr sollen, muss der Urlaub übers restliche Jahr abgebaut werden. Dann fehlen sie aber in den übrigen Wochen. Die Eltern müssen sagen, was sie wollen.« Der Beirat regt an, dass die Stadt einmal über besondere Öffnungsvarianten nachdenkt: »Warum nicht mal ein, zwei Kindergärten die gesamten Ferien über offen halten? Oder einen Kindergarten anbieten, der die Kinder auch mittags oder nachmittags aufnimmt und dafür bis in den späten Abend hinein betreut?«

Das Online-Anmeldesystem »Little Bird« wird in Ausschuss-Sitzungen stets als Erfolgsmodell gepriesen. Unter den Eltern aber genießt es nur einen mäßigen Ruf: »Systemabstürze, extrem späte Rückmeldungen, lange Ungewissheit – für die Kita mag das System die Anmeldung erleichtern, für die Eltern aber nicht«, stellt Thomas Berger fest.

Abgesehen von Einzelaspekten äußerten die Eltern eine hohe Zufriedenheit mit der pädagogischen Arbeit in den Kindergärten. Höchste Wertschätzung genießen die Erzieherinnen. An einzelnen städtischen und kirchlichen Kitas wurde schärfere Kritik geübt, an den freien Trägern hatte niemand etwas auszusetzen. Bei der Zulassung neuer Kitas in Gütersloh ermuntert der Beirat die Stadt, möglichst freie Träger zu gewinnen: »Eltern wollen die Wahl haben.«

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