Alterstraumazentrum des Gütersloher Sankt-Elisabeth-Hospitals ist interdisziplinär Bestens versorgt im Alter

Gütersloh/Harsewinkel (WB). Ein Sturz im hohen Alter kann das gesamte Leben verändern: Im Zusammenwirken mit bestehenden Erkrankungen kann sich bei einer Oberschenkel-Hals-Fraktur eine besondere Gefährdung ergeben.

Freuen sich über die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum (von links): Gesundheits- und Krankenpflegerin Mareike Tkaczyk, Patient Alfred Martin sowie die Ober- und Chefärzte Dr. Frank Kliebe, Jürgen Möller, Dr. Dieter Mann und Dr. Birgit Wippern.
Freuen sich über die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum (von links): Gesundheits- und Krankenpflegerin Mareike Tkaczyk, Patient Alfred Martin sowie die Ober- und Chefärzte Dr. Frank Kliebe, Jürgen Möller, Dr. Dieter Mann und Dr. Birgit Wippern. Foto: Sankt-Elisabeth-Hospital

So auch bei Alfred Martin, der nach seinem Sturz im Alterstraumazentrum des Sankt-Elisabeth-Hospitals von einem Team aus Unfallchirurgen, Altersmedizinern, Pflegekräften und weiteren Therapeuten sowie dem Sozialdienst versorgt wird.

Hand in Hand arbeiten die Spezialisten im Alterstraumazentrum zusammen: Bereits bei der Aufnahme wird bei allen Unfallpatienten ein Alters-Risiko-Check durchgeführt. »Lässt sich hierbei ein besonderes Risikoprofil erkennen, wird der Patient vom ersten Tag an gemeinsam geriatrisch und unfallchirurgisch betreut.

Geistige Verwirrung oft schwer zu erkennen

Altersspezifische Komplikationen werden früher erkannt und behandelt«, betont Dr. Frank Kliebe, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Koordinator des Alterstraumazentrums.

Insbesondere ältere Menschen seien nach einer Operation oft kurzzeitig in einem Zustand geistiger Verwirrung, welcher vor allem bei dementen Patienten nicht leicht zu erkennen sei.

Im Alterstraumazentrum soll die Entwicklung dieses so genannten postoperativen Delirs durch gezielte prophylaktische Maßnahmen verhindert werden. Auch die Schmerzerkennung und -behandlung der Patienten, die sich nicht eindeutig äußern könnten, sei von großer Bedeutung.

Trete dennoch ein Delir auf, könne die gemeinsame Behandlung der Patienten durch Altersmediziner, Unfallchirurgen und auch Anästhesisten eine Früherkennung und so eine effektive Therapie ermöglichen.

Altersgerechte Behandlung, schnellere Genesung

Das bedeutet im besten Fall eine schnellere Genesung mit deutlicher Verkürzung des Krankenhausaufenthalts. »Der Patient profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit, sodass die altersgerechte Behandlung des Patienten vom ersten bis zum letzten Tag sichergestellt ist«, unterstreicht Dr. Birgit Wippern, Chefärztin der Klinik für Altersmedizin in Harsewinkel. Auch die Frage, ob eine Mangelernährung vorliegt, wird zu Beginn der Behandlung geklärt.

Zusammen mit Dr. Dieter Mann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie in Gütersloh, leitet Dr. Birgit Wippern das neue standortübergreifende Alterstraumazentrum. Neben den Geriatern und Unfallchirurgen gehören auch Ergo- und Physiotherapeuten, Ernährungs- und Sozialberater sowie speziell ausgebildete Pflegekräfte zum Team des Zentrums.

Erstes zertifiziertes Zentrum im Kreis Gütersloh

Zweimal wöchentlich gibt es eine interdisziplinäre Visite im Sankt-Elisabeth-Hospital in Gütersloh und zweimal wöchentlich eine interdisziplinäre Visite mit Altersmedizinern und Unfallchirurgen in Harsewinkel.

Die standortübergreifende Behandlung birgt noch weitere Vorteile: »Wir kennen den Patienten, seine Medikation und seinen Behandlungsverlauf – und der Patient kennt uns, bevor er zu uns verlegt wird«, sagt Jürgen Möller, Oberarzt der Klinik für Geriatrie sowie Koordinator des Alterstraumazentrums.

Es ist bundesweit das 64. zertifizierte Alterstraumazentrum DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) und das erste im Kreisgebiet Gütersloh: Das Sankt-Elisabeth-Hospital ist nun zusammen mit dem Standort in Harsewinkel, der Klinik für Geriatrie im Sankt-Lucia-Hospital, durch die DGU ausgezeichnet worden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.