Gütersloher Beamte sollen fünf verschiedene Auto-Modelle im Einsatz probieren Polizei testet größere Streifenwagen

Gütersloh (WB). Die alten Streifenwagen stehen seit Monaten in der Kritik: zu klein. Das Land NRW will deshalb neue Autos für die Polizei anschaffen. In den nächsten fünf Wochen werden fünf Modelle getestet. Die Kreispolizeibehörde Gütersloh ist einer von fünf Test-Standorten.

Von Wolfgang Wotke
Polizeisprecherin Corinna Koptik präsentiert den ersten von fünf Test-Streifenwagen für Gütersloh: einen Ford S-Max.
Polizeisprecherin Corinna Koptik präsentiert den ersten von fünf Test-Streifenwagen für Gütersloh: einen Ford S-Max. Foto: Wolfgang Wotke

»Fünf verschiedene Fahrzeugmodelle werden dabei von ausgewählten Beamten des Wachdienstes der Polizeiwache Gütersloh für jeweils eine Woche auf Herz und Nieren geprüft«, sagt Polizeisprecherin Corinna Koptik.

In die Erprobungsphase kommen neben dem Ford S-Max als erstem Fahrzeug auch ein BMW 2er Gran Tourer, ein VW Touran, ein Opel Zafira sowie ein Mercedes Benz Vito. Außerdem werden die Streifenwagen in Köln, Dortmund, Recklinghausen und Krefeld unter die Lupe genommen. »Die Erprobung soll zeigen, ob Vans oder die so genannten Utilities für den Polizeieinsatz im täglichen Dienst geeignet sind.« Eines der Modelle könnte dann den als zu klein empfundenen BMW 318d (150 PS, Zwei-Liter-Dieselmotor) als Streifenwagen der NRW-Polizei ablösen.

Dienstwaffe bleibt im Gurt hängen

Seit Dienstag, 14 Uhr, sind zwei Ford S-Max (ein Diesel und ein Benziner) mit voller Ausstattung in Gütersloh im Test-Einsatz. Der erste Blick in den neuen Streifenwagen ist vielversprechend: Der Innenraum ist viel größer, ebenso der Kofferraum. Der alte Wagen, erst Mitte 2016 angeschafft, erhielt auch bei den Beamten im Kreis Gütersloh eine negative Beurteilung. Das Modell sei viel zu klein und zu eng für den Polizeidienst.

So schilderten Polizisten immer wieder, dass ihre Dienstwaffe beim Aussteigen im Gurt hängen bleibe, die Schutzhelme nicht ins Auto und die Maschinenpistolen nicht ins Sicherheitsfach passten. Auch für die schweren Überzugswesten fehle der Stauraum. Vor allem für größere Beamte sei das aktuelle Modell einfach ungeeignet. Corinna Koptik: »Mit zwei Beamten und der Vollausstattung kommt man schnell an die Beladungsgrenze dieses Modells.«

Gewerkschaft lobt die Tests

Eine polizeiinterne Mängelliste für ganz NRW umfasst 25 Kritikpunkte. Im Spätherbst 2015 hatte der damalige Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Vorstellung des neuen 3er BMWs erklärt, das Fahrzeug biete für den täglichen Dienst ein Höchstmaß an Sicherheit. Im Nachhinein eine Fehleinschätzung.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobt die Tests. »Ich halte den Weg für genau den richtigen«, erklärt NRW-Vorsitzender Arnold Plickert. Schließlich sei der Wagen nichts anderes als der Arbeitsplatz der Polizisten. »Man muss die befragen, die die Wagen jeden Tag nutzen. Wir schauen nun, was die Modelle in den Behörden leisten.« Die Testergebnisse sollen nach fünf Wochen ausgewertet werden. Danach erfolge eine europaweite Ausschreibung.

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