Der Gleis Gütersloh GmbH gehört kein weiterer Geschäftsführer an Hagedorn macht sein Ding allein

Gütersloh (WB). Auf der jüngsten Weihnachtsfeier des FC Schalke 04 greifen Clemens Tönnies und Thomas Hagedorn, die beiden Firmenlenker aus Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh, gemeinsam zum Mikrofon. Sie singen, frei nach Udo Lindenberg: »Und ich mach’ mein Ding!«

Von Stephan Rechlin
Mit acht Mitarbeitern und einem Bagger ist der gelernte Schlosser, Lkw-Fahrer, Maschinist und Vorarbeiter Thomas Hagedorn vor 20 Jahren gestartet. Daraus ist bis heute Deutschlands größter Abbruchkonzern mit 420 Mitarbeitern geworden.
Mit acht Mitarbeitern und einem Bagger ist der gelernte Schlosser, Lkw-Fahrer, Maschinist und Vorarbeiter Thomas Hagedorn vor 20 Jahren gestartet. Daraus ist bis heute Deutschlands größter Abbruchkonzern mit 420 Mitarbeitern geworden. Foto: Stephan Rechlin

In Gütersloh äußerte der UWG-Abgeordnete Norbert Bohlmann im vergangenen August den Verdacht, dass Tönnies und Hagedorn vielleicht auch auf dem Postareal an der Kaiserstraße gemeinsam ein Ding machen. Die »fremd gesteuerte« Hagedorn-Gruppe füge der Stadt finanziellen Schaden zu, indem sie ihr das Postareal vor der Nase wegschnappe, um es ihr später überteuert zu verkaufen, lautet zusammengefasst der Vorwurf. Und das obwohl Hagedorn wisse, dass die Stadt selbst Interesse an dem 9500 Quadratmeter großen Areal habe, um dort künftig den Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) anzusiedeln.

Die Stadt schwieg zu den Vorwürfen. Sie vereinbarte mit der Firma Hagedorn eine Ankaufsoption mit dem Recht, bis zum 31. Dezember 2020 das gesamte Areal oder Teile davon zu erwerben – und zwar zum 2017 von Hagedorn gezahlten Preis ohne Vorlaufko-sten. Der Abbruch der Post-Immobilie werde auch nicht mehr als 2017 kosten.

Aus seiner Freundschaft zu Clemens Tönnies hat Thomas Hagedorn nie ein Geheimnis gemacht. Dessen Beteiligung an seinem Unternehmen hatte er bereits im vergangenen Jahr bestritten: »Völliger Quatsch.« Zum Gütersloher Postareal möchte er sich nicht äußern, um den derzeit erreichten Stand nicht zu stören und weil er im Wort stehe.

Know-How, aber kein Kapital

Aus den jüngsten Jahresbilanzen beider Unternehmen ist eine Beteiligung nicht ableitbar. Zur Entwicklung des Post-Areals in Rheda-Wiedenbrück ist eine TH Immobilien GmbH gegründet worden, der Daniel Nottbrock als Geschäftsführer gemeinsam mit Rick Mädel angehört. Nottbrock ist Geschäftsführer der Tönnies-Vermögensverwaltung (Asset Management) und Bruder von Margit Tönnies. Die GmbH ist eine Tochter der Hagedorn Revital GmbH – also ein ähnliches Konstrukt wie die Gleis 13 GmbH zur Entwicklung des Gütersloher Güterbahnhofes. In der steuert Projektentwickler Christoph Borchard aus Bielefeld sein Know-How, aber kein Kapital bei. Die zur Entwicklung des Gütersloher Postareals gegründete Gleis Gütersloh GmbH hat neben Rick Mädel keinen weiteren Geschäftsführer.

Ohne Einblick in die Einkommenssteuererklärung von Clemens Tönnies bleibt nur eine Nachfrage beim Konzern selbst: Gibt es eine persönliche Beteiligung an der Thomas Hagedorn Holding GmbH oder irgendeiner ihrer Tochtergesellschaften? Konzernsprecher André Vielstädte fragt nach und teilt mit: »Leider nicht.«

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