Gütersloh: Firmen sehnen Gewerbefläche herbei – Schutz vor Lärm und Verkehr Hüttenbrink steht vor letzter Hürde

Gütersloh (WB). Aus einer Verlängerung der Lärmschutzwand entlang des Gewerbegebietes Hüttenbrink an der Autobahn A2 wird nichts. Von einer Erschließungsbrücke über der Autobahn ist auch keine Rede mehr. Stattdessen schlägt Stadtbaurätin Nina Herrling andere Mittel vor, um Lärm und Verkehr dort einzudämmen.

Von Stephan Rechlin
Mittels Baumaßnahmen und Verkehrszeichen soll der untere Teil des Hüttenbrinks überwiegend Anwohnern vorbehalten bleiben.
Mittels Baumaßnahmen und Verkehrszeichen soll der untere Teil des Hüttenbrinks überwiegend Anwohnern vorbehalten bleiben. Foto: Michael Delker

Nobilia und Mestemacher wollen dort Produktionsgebäude errichten, Möbelhändler Wöstmann hat schon vor sechs Jahren sein Interesse an einer Ansiedlung auf dem Hüttenbrink bekundet. Doch mal verhinderten Kiebitze und Fledermäuse die Ausweisung als Gewerbegebiet, dann zog sich der Grundstückserwerb über Jahre hin.

Am Freitag aber ist es soweit. Dann wird der Rat den Bebauungsplan über die letzten 20 Hektar Gewerbefläche in Gütersloh verabschieden. Es wird von der Bereitschaft der CDU-Fraktion abhängen, den neuen Vorschlägen der Stadtbaurätin zur Verkehrs- und Lärmminderung zuzustimmen.

Grüne und BfGT stimmten bereits im Planungsausschuss dagegen, sie dürften dabei bleiben. Die einen vermissen ein flächenschonendes Parkkonzept und Vorgaben zur Fassaden- und Dachbegrünung; die anderen halten die Belastung der dort wohnenden Bürger für zu hoch und die gesamte Verteilung von Gewerbeflächen in Gütersloh für ungerecht. In Spexard hielt der starke CDU-Ortsverein die Empörung der Bürger mit dem Versprechen in Schranken, sich für umfassende Verkehrs- und Lärmschutzmaßnahmen einzusetzen.

Lärmgrenzwerte werden eingehalten

Doch der Antrag der CDU-Fraktion, die Kosten einer Verlängerung der Lärmschutzwand an der A2 zu kalkulieren, ist Stadtbaurätin Herrling gar nicht erst nachgekommen. Grund: Die Lärmschutzgutachten zum neuen Gewerbegebiet belegen, dass sogar die unmittelbar angrenzende Wohnsiedlung innerhalb gesetzlich festgelegter Lärmgrenzwerte bleibt. Die dahinter liegenden Siedlungen dürften noch besser abschneiden. Auf dieser Basis können weder Stadt noch Land die Investition weiterer Steuergelder in Lärmschutzwände rechtfertigen.

Herrlings Gegenvorschlag: Die Baulinien der auf dem Gewerbegebiet geplanten Gebäude werden so dicht und geschlossen an die A2 herangeführt, dass sie wie eine Lärmschutzwand wirken, auch wenn sie nicht so genannt werden dürfen.

Mittels Straßenausbau, Verkehrsschildern und Mittelinseln wird der Verkehr so gelenkt, dass Lkws und Pkws ausschließlich über Thaddäus-, Sürenheider- und Spexarder Straße ins Gewerbegebiet ein- und ausfahren. Der südliche Teil des Hüttenbrinks bliebe dann überwiegend den Anwohnern vorbehalten. Die Straße würde in die Trägerschaft der Stadt wechseln und ihre Funktion als Ausweichstrecke im Falle eines Staus auf der A2 verlieren.

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