»Dulaman – Voice Of The Celts« in der Stadthalle Irland-Revue auf höchstem Niveau

Gütersloh (WB/stl). Die Zugabe kommt. Sie ist einem gewissen Dieter gewidmet. Und schon nach den ersten Takten der Musik wird klar: Das ist eine augenzwinkernd auf irisch getrimmte Version von »You're My Heart, You're My Soul«. Na klar, der besagte Dieter heißt Bohlen. Und diese Hommage ist nur eine von vielen Überraschungen der Show »Dulaman – Voice Of The Celts«.

Zwischendurch stehen auch die Instrumentalisten Nicole Lonergan (Geige), Cathal O'Crocaigh (Uilleann Pipes) und Michael Coult (Flöten) im Scheinwerferlicht.
Zwischendurch stehen auch die Instrumentalisten Nicole Lonergan (Geige), Cathal O'Crocaigh (Uilleann Pipes) und Michael Coult (Flöten) im Scheinwerferlicht. Foto: Stefan Lind

Die Tourneeproduktion macht am Dienstagabend Station in Gütersloh. Im Vorfeld trompetet die Werbung, es handele sich um »die aufregendste irische Tanzshow nach Riverdance«, was gleich Grund zur Skepsis gibt. Wer gut ist, müsste nicht so übertreiben. Aber die Zweifel verflüchtigen sich spätestens nach zehn Minuten. Was da in einem gut eineinhalbstündigen Programm geboten wird, ist eine Irland-Revue auf höchstem musikalischen und tänzerischen Niveau.

Es fängt schon damit an, dass beim Personal nicht gespart worden ist. Zehn Tänzer bevölkern die Bühne, fünf Instrumentalisten kommen dazu, wobei Nicole Lonergan (Geige), Cathal O'Crocaigh (Uilleann Pipes) und Michael Coult (Flöten) auch die Möglichkeit gegeben wird, solistisch ihr Können unter Beweis zu stellen. Im Mittelpunkt stehen aber die vier Sänger Seán Keany, Aaron Doyle, Gavin Ryan und Conor McQuaid. Dass das Quartett ein bisschen an eine Boygroup erinnert, ist sicherlich so gewollt. Aber es geht in einer solchen Show ja ohnehin darum, eine Hochglanz-Postkarten-Idylle von Irland zu zeichnen; wer authentischere Impressionen erwartet, ist hier fehl am Platze.

Nein, die Verantwortlichen von »Dulaman« erfüllen die Erwartungen des Publikums in der fast ausverkauften Stadthalle in jeder Beziehung. In schneller Abfolge wechseln Gesang, Tanz und Ins­trumentaleinlagen ab, mal wird halsbrecherisch schnell getanzt, mal steht eine herzergreifende Ballade an, zwischendurch fordern die Sänger, die auch als Moderatoren fungieren, das Publikum zum Mitsingen auf oder wagen ein Tänzchen mit Damen aus dem Saal. Da passt jeder Schritt, die Choreographie von Jacintha Sharpe ist exzellent, da stimmt jede Lichteinstellung auf der üppig ausgeleuchteten Bühne, nur der Sound klingt zeitweilig leider etwas blechern.

Natürlich sind viele der Songs im Repertoire, die man an einem solchen Abend erwartet. Das geht vom flotten »Irish Rover«, populär gemacht von den Pogues, über das schmalzige »Danny Boy« bis hin zu »Down By The Salley Gardens«, dem Titelstück »Dulaman« und dem besonders formidabel umgesetzten »The Parting Glass«. Die Hommage an Dieter Bohlen zum Schluss – die Truppe war mal Gast beim RTL-Supertalent – ist der gelungene Rausschmeißer, der das begeisterte Publikum nicht mehr auf den Sitzen hält.

Die Verantwortlichen von »Dulaman« erfüllen die Erwartungen des Publikums in der fast ausverkauften Stadthalle in jeder Beziehung. Foto: Stefan Lind

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