21. Gütersloher Hochzeitsmesse mit wenig Weiß Es darf ruhig bunter sein

Gütersloh (WB). »Ganz in Weiß«: Der Titel des Schmuse-Hochzeitshits von Roy Black entspricht zumindest für Elisabeth Binov nicht mehr dem aktuellen Trend. »Farbe ist wieder angesagt, natürlich dezent. Leichte Rosatöne zum Beispiel«, erzählt die Spezialistin für Braut- und Abendmode.

Von Uwe Caspar
Lady in Red: Auch das darf man zur Hochzeit tragen.
Lady in Red: Auch das darf man zur Hochzeit tragen. Foto: Uwe Caspar

Die bietet sie seit 2016 in ihrem Laden »Letizia« in Rheda-Wiedenbrück an. Bei der 21. Gütersloher Hochzeitsmesse präsentiert Elisabeth Binov zum zweiten Mal einen Teil ihres Angebots aus Tüll und Seide. Neben dem Farben-Trend seien auch Brautkleider im Hippie-Look gefragt, erzählt sie. Die Wiedenbrückerin hat neun Models mitgebracht, die in verschiedenen Kollektionen über den Laufsteg huschen. Auch eine etwas kräftiger gebaute junge Dame, ganz in Blau, zeigt sich am vergangenen Samstag dem interessierten Publikum.

»Schließlich sind nicht alle Bräute gertenschlank«, erklärt Binov, warum sie auch mal ein molliges Model gern auf den Steg schickt. Ihr Geschäft, so die Inhaberin, würde gut laufen. Die von vielen Einzelhändlern kritisch gesehene Online-Konkurrenz müsse ihre Branche nicht fürchten. »Denn ohne Anprobieren und persönliche Beratung kauft keine Frau ihr Hochzeitskleid – und das ist unsere Rettung«, sagt Elisabeth Binov.

Auch heiratswillige Herren, die bei der Trauung Wert auf ein schickes Äußeres legen, kommen bei der Messe in der Stadthalle auf ihre Kosten. Das hier erstmals vertretene und vor fünf Jahren gegründete Start-up-Unternehmen »Stilhafen« mit Sitz im niedersächsischen Bad Essen bietet maßgeschneiderte Hochzeits-Outfits im klassischen oder avantgardistischen Stil an. Ab 700 Euro aufwärts kann man sich für den angeblich schönsten Tag im Leben einkleiden, ein Anzug aus edlem Kaschmir-Stoff kostet natürlich ein bisschen mehr.

»Nach oben gibt es preislich keine Grenze bei uns«, berichten die noch jungen Geschäftsinhaber Andreas Paul (36) und Viktor Pehlke (30). »Während die Hochzeitskleider der Damen in der Regel auf dem Dachboden verschwinden, möchten viele unserer Kunden ihren Anzug weitertragen – für festliche Anlässe oder Business-Auftritte. Das berücksichtigen wir bei der Anfertigung dann auch«, berichtet Paul.

Nur ein paar Meter entfernt von ihrem Stand haben Angela Comito-Palmieri (35) und Ewa Sösen (27) ihren großen Schminktisch aufgebaut. Die beiden Angestellten repräsentieren die Parfümerie Pieper, die wie »Stilhafen« ebenfalls zum ersten Mal bei dieser Traditionsmesse mit 41 Ausstellern dabei ist. Hochzeits-Make-Ups inklusive ausgefallener Düfte seien sehr gefragt, erklärt das Damenduo. Mit ihrem etwas abseits gelegenen Standort im zweiten Stock der Stadthalle zeigen sich Angela und Ewa am Samstag nicht ganz zufrieden: »Bisher sind nicht allzu viele Leute vorbeigekommen.«

Zwei Etagen tiefer geht’s tierisch zu: Die Falkner Tatjana und Stefan Kosfeld vom Marsberger Eulenhof haben einen sibirischen Uhu und einen Wüstenbussard mitgebracht. Die Greifvögel sind darauf dressiert, den Brautpaaren im Flug die Eheringe zu überbringen. Der Uhu und der Bussard haben jährlich rund 30 Einsätze bei Hochzeiten. »Und es hat bisher bei jedem Anflug immer eine Punktlandung gegeben«, kann sich Tatjana Kosfeld auf ihre gefiederten Ringe-Transporteure verlassen.

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