Kölner Möbelmesse zeigt smarte Lösungen für alltägliche Probleme Roboterkissen als Einschlafhilfe

Köln/Löhne/Gütersloh (WB). Die Möbelindustrie hat aktuell die ältere Generation im Blick. Das gilt nicht nur für das nostalgisch-gemütliche Design, sondern auch für ein Thema, das normalerweise mehr mit der Internet-Generation in Verbindung gebracht wird: das Smart Home.

Von Bernhard Hertlein
Model Alida testet auf der IMM Cologne den »Sleeping Robot« von Auping.
Model Alida testet auf der IMM Cologne den »Sleeping Robot« von Auping. Foto: Oliver Schwabe

Dabei gibt es Menschen mit Einschlafproblemen nicht erst in der Gruppe 50 plus. Für sie stellt der niederländische Betten- und Matratzen-Hersteller Auping auf der  am Montag gestarteten Kölner Möbelmesse eine Roboter-Einschlafhilfe vor. 

Leise Musik und Schlafgeräusche

Dabei handelt es sich um ein Kissen, das sich im Rhythmus des Atmens sanft ausdehnt und zusammenzieht. Indem es die Intervalle verlängert, schläfert es den menschlichen Bettgenossen langsam ein.

Dazu spielt das Robot-Kissen nach Auskunft von Auping-Mitarbeiter Wouler Kooyman leise Musik oder äußert Schlafgeräusche. Es soll Menschen geben, die es im Bett nicht ohne das gewohnte Schnarchen des Lebensgefährten aushalten.

Sie müssen die Geräusche nur mit dem Mikro aufnehmen, auf der App des Unternehmens speichern und in dem Fall, in dem sich der Partner auf Dienstreise befindet, abrufen.

Geschwister Flötotto aus Gütersloh präsentieren Smart Home

Das Smart Home zeigt auf der IMM Cologne, wie praxistauglich das Internet der Dinge heute schon ist. Zusammengestellt von den aus Gütersloh stammenden Geschwistern Flötotto präsentiert es unter anderem eine Küche des Löhner Herstellers Nolte, in der man Herd und Backofen nicht mehr mit schmutzigen Fingern einstellt, sondern per Sprachbefehl an Siri, Alexa oder andere virtuelle Assistenten.

Auf Nachfrage gibt dieser beispielsweise zudem Auskunft, wann das Essen im Miele-Dampfgarer fertig ist.

Den Eingang zum Smarthome öffnet man mit Fingerprint, App oder Chip – wenn es funktioniert. Eine Videokamera mit Gesichtserkennung gibt denen drinnen Auskunft, wer in wenigen Sekunden Einlass begehren wird.

Videosystem kann Leben retten

Leben retten kann ein anderes smartes Videosystem, das Christof Flötotto im Smart Home vorstellte. Es registriere, ob und wer in der Wohnung stürze. Dann frage es erst einmal nach. Bleibe eine Antwort aus oder starte der Gestürzte einen Hilferuf, werde automatisch die Verwandtschaft und im schlimmsten Fall der Notarzt alarmiert.

Dabei kann die Kamera den Sturz eines Menschen vom Haushund unterscheiden, der sich gerade gemütlich auf dem Boden ausstreckt. Ganz billig ist das System noch nicht: etwa 3000 bis 5000 Euro, so die Auskunft im Smart Home, muss man schon dafür bezahlen.

Christof Flötotto entstammt der renommierten Gütersloher Möbelfamilie: Der Großvater Fritz hat den bekannten Formsitz zur Möblierung von Schulen, Vater Reinhard das Profilsystem für Regale mitentwickelt.

Kein Kabelsalat soll die Gemütlichkeit stören

Die meisten Designer legen Wert darauf, die moderne Technik mit dem Anheimelnden zu verbinden. Kein Kabelsalat soll die Gemütlichkeit stören. Bei den Polstermöbeln werden breite weiche Formen bevorzugt.

Der schwedische Hersteller Furninoca hat für sein »Chopper« genanntes Sofa, in denen sich nicht nur Biker so wohl fühlen sollen wie sonst nur auf ihrer Harley Davidson, den German Design Award 2018 des Rats für Formgebung erhalten.

Dunkelgrün von Moos bis Oliv gefällt

Passend zur den gemütlichen Formen erleben auch einige Farben, die die fünfziger und sechziger Jahre geprägt haben, in Köln ein Comeback. Dazu zählt ein ruhiges dunkles Grün in den Tönen von Moos bis Oliv. Auch die Farbe Lila, von Pantone kürzlich zur Modefarbe des Jahres 2018 gekürt, findet man bei einer Reihe von Polstermöbel-, Stuhl- und sogar Regalherstellern.

Doch dominierend wird die Farbe des Feminismus, der Kardinäle und der »letzten Versuchung« bei den Wohnungseinrichtern kaum werden.

Beim Holz dominiert schon seit einigen Jahren wieder die verlässliche Eiche. Passend zur Retro-Welle zeigen die mehr als 1200 Aussteller auf der IMM aber auch mehr Nussbaum. Ansonsten sind viel Licht und viele Spiegel zu sehen – bei dem baden-württembergischen Designhersteller Kettnaker sogar als ganzheitliche Verkleidung einer Kommode.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.