Gütersloher Versteigerer ist im Februar in ZDF-Serie zu sehen Vom Auktionator zum TV-Star

Gütersloh (WB). Es gibt fast nichts, was er noch nicht versteigert hat: Auktionator Detlef Jentsch (75) gehört zu den prominentesten Vertretern seiner Branche, hat ganze Siedlungen unter den Hammer gebracht. Von Ende Januar an ist der Gütersloher in der zehnteiligen ZDF-Serie »Kaputt und ...zugenäht« zu sehen.

Von Carsten Borgmeier
Ohne zu übertreiben dürfte Detlef Jentsch aus Gütersloh zu den bekanntesten Versteigerern Deutschlands zählen. Deshalb hat jetzt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) den 75-Jährigen vor die Kamera gebeten.
Ohne zu übertreiben dürfte Detlef Jentsch aus Gütersloh zu den bekanntesten Versteigerern Deutschlands zählen. Deshalb hat jetzt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) den 75-Jährigen vor die Kamera gebeten. Foto: Carsten Borgmeier

Jentsch ist nach 45 Berufsjahren ein wandelndes Lexikon, wenn es darum geht, Kostbarkeiten von Ramsch zu unterscheiden. Genau deshalb hat ihn jetzt Moderatorin Eva Brenner (42) nach Berlin gebeten, wo die zehnteilige Serie in vier Tagen abgedreht wurde.

Worum geht es: »In der Sendung dreht sich alles um mehr oder weniger defekte Lieblingsstücke, die mir von ihren Besitzern vor der Kamera präsentiert werden«, berichtet Jentsch.

Herz schlägt höher

Er schaue sich das Objekt an, schätze den ungefähren Wert ein. Am Ende stehe die Frage, ob sich eine Reparatur lohne. Gemeinsam mit dem Dortmunder Antiquitäten-Fachmann Ulrich Vogt habe er pro Sendetag zwischen 15 und 20 Objekte vorgestellt bekommen. »In einigen Fällen waren das tatsächlich Kostbarkeiten, bei denen mein Herz höher schlug«, blickt Jentsch auf die Dreharbeiten im vergangenen November zurück.

Zu den Glanzlichtern gehören demnach Exponate eines französischen Tischlers aus dem 18. Jahrhundert. »Der hat Möbel hergestellt, die schwarz lackiert nach Ebenholz aussahen und mit Intarsien kunstvoll verziert sind«, erzählt der Gütersloher Fachmann. Auch ein Münzkasten ganz aus Elfenbein gearbeitet und wohl im 19. Jahrhundert in China hergestellt, zog die Aufmerksamkeit des Auktionators auf sich. Eine alte Geige von 1880, die der Besitzer für eine Stradivari hielt, war dann nach Jentschs Ansicht aber doch wohl nur eine alte, kaputte Geige – und keine Stradivari.

Manchmal rar, manchmal banal

»Manche Leute muss man dann auch erst vom Pferd holen«, berichtet Detlef Jentsch über einen älteren Herrn, der ihm ein angeblich hochwertiges Pult vorstellte. »Da konnte ich anfangs gar nicht viel mit anfangen«, erzählt der 75-Jährige, der schließlich zu dem Ergebnis kam, dass es sich um gar kein so besonderes Pult aus einem Klassenzimmer handele. »Der Besitzer war natürlich enttäuscht«, berichtet Jentsch.

Doch nicht nur im Rampenlicht Berliner Fernsehkameras ist Jentsch Kostbarkeiten auf der Spur – in Gütersloh steht ihm die nächste Auktion bevor: Am Samstag, 3. Februar, (14 Uhr) kommt bei ihm an der Verler Straße 1 hochwertiger Schmuck aus dem Nachlass eines Großindustriellen unter den Hammer: Darunter befinde sich ein Armband mit 45-karätigen Brillanten sowie eine Brosche mit 22,5-karätigen Edelsteinen. Der Wert dieser Objekte liege im sechsstelligen Euro-Bereich.

»Kaputt und ...zugenäht« mit Detlef Jentsch ist erstmals am Sonntag, 28. Januar, um 14 Uhr im ZDF zu sehen.

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