Gütersloh: Sankt Elisabeth Hospital profitiert erneut von Rückerstattung Sondereffekt hebt Gewinn

Gütersloh (WB). Noch hat die Sankt Elisabeth Hospital GmbH nicht entschieden, ob sie ihr Parkdeck vielleicht noch um ein, zwei Ebenen aufstocken muss. Dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2016 zufolge wäre dafür in jedem Fall genug Geld vorhanden.

Von Stephan Rechlin
Das Sankt Elisabeth Hospital wächst weiter aus eigener Kraft. Gegen ein paar Zuschüsse hätte es aber nichts einzuwenden.
Das Sankt Elisabeth Hospital wächst weiter aus eigener Kraft. Gegen ein paar Zuschüsse hätte es aber nichts einzuwenden. Foto: Wolfgang Wotke

Stärker noch als im Jahre 2015 profitierte das Hospital von den gerichtlich verfügten Rückzahlungen ihrer Rentenkasse, der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands« (KZVK). Auf Klage mehrerer katholischer Arbeitgeber, darunter die Gütersloher Sankt-Pankratius-Gemeinde als Trägerin des Hospitals, muss die KZVK die seit 2002 erhobenen »Sanierungsgelder« samt Zinsen erstatten. In der Bilanz des Hospitals schlägt dieser Sonderposten mit 3,2 Millionen Euro zu Buche.

Ohne diesen Effekt wäre der Jahresüberschuss nicht bei 3,8 Millionen Euro, sondern bei 585.838 Euro gelandet und damit nur noch leicht höher als der des Städtischen Klinikums Gütersloh in jenem Jahr ausgefallen (521.000 Euro).

Personalkosten steigen kräftig an

In seinem Lagebericht klagt Geschäftsführer Dr. Stephan Pantenburg über die vom Land nur noch weiter verschärfte Dynamik und Härte des Strukturwandels in der Krankenhauslandschaft – ein Handlungs- und Veränderungsdruck, der vor allem auf kleine und mittelgroße Krankenhäuser ausgeübt werde. Zum Kontroll- und Regulierungsaufwand hätten die auch noch kräftig steigende Personalkosten zu verkraften. Eine Aufstockung um 33 auf 1379 Stellen und Tariferhöhungen von 8,1 Prozent ließen diese Ausgabenposition von 59,3 auf 64,1 Millionen Euro wachsen (inklusive Sozialabgaben und Altersversorgung). Von Streiks ist das Hospital allerdings verschont geblieben.

Pantenburg moniert ferner fehlende Investitionszuschüsse vom Land. Das Elisabeth-Carrée, Blockheizkraftwerke, die neue Kälteanlage, die diagnostische und interventionelle Radiologie – all’ das habe das Hospital aus eigener Kraft stemmen müssen. Mit einer um 1,7 auf 73,2 Prozent erhöhten Eigenkapitalquote ist das Hospital jedoch wie kaum eine andere Klinik in Nordrhein-Westfalen dazu in der Lage.

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