Gütersloh/Herzebrock-Clarholz: Defektes Ventil kostet Verbraucher rund 7000 Euro Ab in den Kanal

Gütersloh/Herzebrock-Clarholz (WB). Gut ein Jahr lang haben die Bewohner eines Zwei-Personen-Haushaltes in Herzebrock-Clarholz nicht bemerkt, dass ein Überdruckventil ihrer Heizungsanlage defekt war. Als ihnen der Gebührenbescheid der Gemeindewerke im vergangenen November ins Haus flatterte, waren bereits 2228 Kubikmeter Wasser in den Kanal geflossen – das entspricht 2,2 Millionen Liter.

Von Stephan Rechlin
Weil ein defektes Heizungsventil unbemerkt blieb, muss ein Haushalt jetzt 7000 Euro Frisch- und Abwassergebühr bezahlen.
Weil ein defektes Heizungsventil unbemerkt blieb, muss ein Haushalt jetzt 7000 Euro Frisch- und Abwassergebühr bezahlen. Foto: Harald Iding

Jetzt müssen die Bewohner für den »Verbrauch« aufkommen. Zusammen werden für Frisch- und Abwasser rund 7000 Euro berechnet. Der durchschnittliche Verbrauch des Haushaltes liegt sonst bei etwa 95 Kubikmetern pro Jahr. Auf Bitte ihrer Bürger haben die Gemeindewerke geprüft, ob sie ihnen wegen des technischen Defektes oder »höherer Gewalt« einen Großteil der Summe erlassen können. Doch die »Verbraucher« haben keine Chance. Solch eine Panne ist auch schon anderen Bürgern in Nordrhein-Westfalen passiert, die anschließend bis vor das Oberverwaltungsgericht gezogen sind, um nicht zahlen zu müssen. Vergeblich: Stellt der Wasserzähler den Verbrauch fest, muss auch dafür gezahlt werden.

Aus eigenem Ermessen boten die Gemeindewerke den Bürgern eine zinslose Ratenzahlung an, die wurde allerdings abgelehnt. Die künftigen Abschlagszahlungen aber bleiben dem bisherigen, »normalen« Jahresverbrauch angepasst. Das Ventil hat die Hausbesitzerin umgehend reparieren lassen.

Pannen wie die mit dem Ventil hält die Verbraucherzentrale für durchaus typisch und wahrscheinlich. Das Wasser fließe unsichtbar, geräusch- und pfützen-los ab – Verbraucher hätten kaum eine Chance, den Verlust zu bemerken. Die Zentrale rät darum, den Wasserzähler auch übers Jahr im Auge zu behalten.

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