Mitarbeiter des Klinikums Gütersloh lassen sich als mobile Retter qualifizieren Weil jede Sekunde zählt

Gütersloh (WB). Mit Einführung der Smartphone-App »Mobile Retter« 2013 ist die schnelle Versorgung von Notfall-Patienten im Kreis Gütersloh deutlich verbessert worden: Die App verkürzt die Zeitspanne, indem sie im Notfall ausgebildete Ersthelfer alarmiert, die sich in der Nähe befinden.

Auf Initiative von Kerstin Stricker (vorne an der Puppe) wurden am Klinikum Gütersloh im Beisein von Pflegedirektor Jens Alberti (hinten stehend) sieben neue »mobile Retter« von Daniela Hykmann und Kathrin Hanke (von links) eingewiesen.
Auf Initiative von Kerstin Stricker (vorne an der Puppe) wurden am Klinikum Gütersloh im Beisein von Pflegedirektor Jens Alberti (hinten stehend) sieben neue »mobile Retter« von Daniela Hykmann und Kathrin Hanke (von links) eingewiesen. Foto: Klinikum Gütersloh

Sieben Mitarbeiterinnen des Klinikums Gütersloh haben sich jetzt bei einer Einweisung als mobile Retter qualifizieren lassen. Die Initiative zur Registrierung als mobile Retter ging von Kerstin Stricker, pflegerische Leitung der Station 15 im Klinikum Gütersloh, aus.

Sie selbst ist seit einem halben Jahr als mobile Retterin unterwegs und hat weitere Kolleginnen ihrer Station vom Konzept überzeugt: »Ich bin durch persönliche Kontakte zu den Mobilen Rettern gekommen. Als ich bei der Arbeit von dem Projekt erzählt habe, waren einige Kolleginnen sofort begeistert und wollten sich ebenfalls engagieren.«

Schon mehr als 600 mobile Retter im Kreis Gütersloh

Mobile Retter sind ehrenamtlich im Einsatz, müssen aber medizinische Vorkenntnisse mitbringen: Nur Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute oder Personen mit ähnlicher Qualifikation können sich registrieren lassen. Sie werden über die App auf ihrem Handy automatisch bei einem Notfall mit Herz-Kreislauf-Stillstand oder Bewusstlosigkeit in ihrer Nähe benachrichtigt.

Entscheidet sich der alarmierte mobile Retter, den Einsatz anzunehmen, übernimmt er die medizinische Erstversorgung, bis der Rettungsdienst eintrifft. Mehr als 600 mobile Retter sind inzwischen im Kreis registriert.

Um eingesetzt zu werden, müssen die Ersthelfer zunächst eine offizielle Einweisung durch Mitarbeiter des Vereins »Mobile Retter« erhalten, die für die Mitarbeiterinnen der Station 15 direkt im Klinikum Gütersloh durchgeführt wurde.

Einsatz im privaten Umfeld ist etwas anderes

»Wir erklären dort, wie das System funktioniert, und geben rechtliche und soziale Hinweise für die Tätigkeit«, sagt Kathrin Hanke, die die Schulung im Klinikum mit ihrer Kollegin Daniela Hykmann geleitet hat. »Außerdem geben wir noch einmal eine erweiterte Reanimationseinweisung für Erwachsene, Jugendliche beziehungsweise Kinder und Säuglinge sowie eine Defibrillator-Einweisung.«

Es sei wichtig, auch die geschulten Kräfte auf die Einsätze vorzubereiten, so Hanke: »Es ist etwas völlig anderes, ob man die Ersthilfemaßnahmen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit ausführt oder ob man aus dem privaten Umfeld heraus zu einem Notfall eilt – darauf möchten wir vorbereiten.«

Pflegedirektor Jens Alberti freut sich über das Engagement der Mitarbeiterinnen: »Wir unterstützen diese private Initiative ganz ausdrücklich: Es ist toll, dass sich die Mitarbeiterinnen auch in ihrer Freizeit für medizinische Notfälle einsetzen wollen.«

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