Ausstellung mit den besten Bildern des Jazz-Fotografen Jim Marshall eröffnet Meister der Momentaufnahme

Gütersloh (WB). Nicht nur für Andreas Kimpel ist der inzwischen verstorbene Jim Marshall (1936-2010) der »Godfather der Jazz-Fotografie«. Umso glücklicher schätzt sich der Kulturdezernent der Stadt Gütersloh, dass nun aussagekräftige 36 Bilder des begnadeten Fotografen bis Sonntag, 18. Februar, im Foyer der Stadthalle zu bewundern sind.

Von Uwe Caspar
Beeindruckte Betrachter: Andreas Kimpel (links), Kulturdezernent der Stadt Gütersloh, und der Paderborner Ralph-Jörg Wezorke bei der Eröffnung der Jim Marshall-Ausstellung in der Stadthalle.
Beeindruckte Betrachter: Andreas Kimpel (links), Kulturdezernent der Stadt Gütersloh, und der Paderborner Ralph-Jörg Wezorke bei der Eröffnung der Jim Marshall-Ausstellung in der Stadthalle. Foto: Uwe Caspar

Mit Stolz erfüllt Kimpel zudem, dass es die erste Marshall-Ausstellung in Europa ist – zuletzt wurden seine eindrucksvollen Werke in San Francisco und Boston präsentiert. Die limitierten Fotos für die Gütersloher Premiere hat Ralph-Jörg Wezorke zur Verfügung gestellt. Er leitet die Paderborner Firma Lightpower Collection, die bei Konzerten von den Rolling Stones oder AC/DC die Stars ins richtige Licht rückt . 

»Wir fingen bescheiden an: Zunächst haben wir bei Auftritten der Geschwister Leismann und Freddy Breck für die Bühnenbeleuchtung gesorgt«, erinnert sich der 60-Jährige leicht amüsiert bei der Vernissage zu Ehren Jim Marshalls am Freitag. Der mit dem Gütersloher Autohändler Ralf Markötter eng befreundete Wezorke gilt nicht nur als leidenschaftlicher Sammler der Rock ‘n’ Roll-Bildergeschichte: Der 60-Jährige widmet sich auch der Jazz-Fotografie, die ihn gleichermaßen fasziniert.

Miles Davis, Dave Brubeck und Duke Ellington fotografiert

Marshall hat zwischen 1960 und 1968 bei verschiedenen Festivals unter anderem Jazz-Größen wie Miles Davis, Dave Brubeck und Duke Ellington mit seiner Kamera abgelichtet. Auch sie fehlen natürlich nicht bei der Ausstellung in der Gütersloher Stadthalle, die von Bertelsmann und den Kulturräumen mitinitiiert worden ist.

Für Jim Marshalls kleine Kunstwerke in Schwarz-Weiß (Wezorke: »Er hat bewusst auf Farbe verzichtet«) müssen Liebhaber tief in die Tasche greifen – ab 1600 Euro aufwärts kosten sie. »Für das Foto von Jim, das Johnny Cash bei einem Gefängnisbesuch zeigt, werden sogar bis zu 50.000 Euro geboten«, erzählt Ralph-Jörg Wezorke.

Der Erlös kommt zwei internationalen Stiftungen zugute, Marshalls optisches Vermächtnis wird von Emilia Davies verwaltet. Die Stiftungen unterstützen finanziell Bühnentechniker, die nicht wie die Stars im Rampenlicht stehen und im Rentenalter oft in Armut leben müssen.

Das Streben nach der perfekten Momentaufnahme

Im Rampenlicht der Vernissage steht auch das Jan Luley Quintett, das die Ausstellung musikalisch eröffnet – passend mit Jazzklassikern der 1960er Jahre. »Jim Marshall strebte nach der perfekten Momentaufnahme. Er hat immer im richtigen Augenblick auf den Auslöser gedrückt. Jim war ein außergewöhnlicher Jazz-Fotograf und einer von denen, die er in seinem Fokus hatte«, würdigt Jan Luley die einfühlsamen Bilder des Protagonisten, bevor sich der Bandleader ans Piano setzt. Jim Marshall hätte sicherlich auch von Luley und seinen Mitspielern perfekte Momentaufnahmen gemacht.

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