Norbert Jebramcik hat mehrere Straßenviertel des Jahres 1900 nachgebaut Altes Gütersloh erwacht im Maßstab 1:87

Gütersloh (WB). Gütersloh ist heutzutage nicht mehr allzu reich an historischer Bausubstanz. Grund dafür sind Bomben-Angriffe im Zweiten Weltkrieg sowie die Abrissbirne der 1960er und 1970er Jahre.

Von Carsten Borgmeier
Norbert Jebramcik (56) blickt hier auf sein jüngstes Modell: Den ersten Gütersloher Bahnhof von 1849 baute er originalgetreu im HO-Maßstab
Norbert Jebramcik (56) blickt hier auf sein jüngstes Modell: Den ersten Gütersloher Bahnhof von 1849 baute er originalgetreu im HO-Maßstab Foto: Carsten Borgmeier

Einen Eindruck davon, wie pittoresk dieses Städtchen früher einmal war, bieten die Diorama-Welten von Norbert Jebramcik. Der 56-Jährige erweckt als Modellbauer in meisterhafter Manier das Gütersloh um 1900 wieder zum Leben.

Das WESTFALEN-BLATT hat den hauptberuflichen Mediengestalter jetzt in seinem Hobbykeller besucht. Zuletzt baute Jebramcik den Gütersloher Bahnhof, wie er vor 117 Jahren aussah, im Maßstab 1:87 nach. Der 56-Jährige ist dabei nicht nur Bastler, sondern auch Heimatforscher – denn Jebramcik erschafft keine Fantasie-Modelle. Seine Miniatur-Häuser und Straßen setzt er nach intensiven Recherchen hauptsächlich im Stadtarchiv um.

Stand hier ein Haus in Fachwerk-Bauweise? Wie sah das Stellwerk damals aus? Anhand historischer Fotos lässt Jebramcik dann mit Kleber und Schere ein orginalgetreues Modell des damaligen Gebäudes entstehen. Und weil das mit Akribie und Liebe zum Detail zu tun hat, sitzt der Ehemann und Familienvater nicht selten vier Jahre an einem solchen Straßen-Diorama Güterslohs.

Begonnen hatte seine Leidenschaft vor genau 20 Jahren: Jebramcik baute die Apostelkirche und den sie umgebenden Alten Kirchplatz nach. Es folgten die Kirchstraße sowie das Areal um die Martin-Luther-Kirche (MLK) samt abgerissenem Rathaus. Weitere Projekte waren die Kökerstraße, die Blessenstätte. Viele dieser Dioramen sind in Dauer-Ausstellungen in der Stadt zu bewundern.

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