Bläserensemble »23.12« bietet in diesem Jahr gleich zwei Konzerte an Uraufführung in der Dorfkirche

Gütersloh-Isselhorst (WB). Einen jubilierenden Auftakt bescherte das Bläserensemble »23.12« den Besuchern der Isselhorster Dorfkirche mit Georg Friedrich Händels »Die Ankunft der Königin von Saba«. Gut eineinhalb Stunden später wollte der Applaus nach der letzten Zugabe mit dem Abendlied »Der Mond ist aufgegangen« kein Ende nehmen.

Von Burkhard Hoeltzenbein
Einen variantenreichen Abend hat das Bläserensemble »23.12.« seinem Publikum geboten. Trotz Umbesetzung meistern die Posaunisten ihren Part bravourös.
Einen variantenreichen Abend hat das Bläserensemble »23.12.« seinem Publikum geboten. Trotz Umbesetzung meistern die Posaunisten ihren Part bravourös. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Dazwischen hatten die diesmal zu zehnt antretenden Bläser wieder ein Programm gestrickt, bei dem sich Bewährtes mit Experimentellem, gut Bekanntes mit Neuland paarte. Besonders viele moderne Noten hatten die in großen Häusern der Republik vom Bayrischen Staatsorchester bis zum SWR-Symphonie-Orchester oder dem Theater Neue Flora in Hamburg spielenden Musiker eingebaut. »Auf dem Weihnachtsmarkt« ist ein fröhliches Medley, bei dem bekannte Melodien von »Fröhliche Weihnacht überall« bis »Joy tot he world« in bunter Reihenfolge auftauchten. Spätestens hier waren die Zuhörer, die erstmals zahlreicher zum Ausweichkonzert am Nachmittag als zum stärker besuchten Abendkonzert erschienen, von der vorweihnachtlichen Stimmung am Tag vor Heiligabend erfasst.

Publikum singt die Strophen mit

Mit »Brich an, du schönes Morgenlicht« spielten die Musiker das erste von zwei großen Werken an diesem Abend. Der Wechsel zwischen den Bläsersätzen und den beiden vom Publikum mit Orgelbegleitung gesungenen Strophen machten den Reiz dieser Sequenz aus. »Nicht verzagen, wenn es am Anfang nicht fluppt. Es gibt eine zweite Strophe«, machte Sprecher Frank Bloedhorn den Sängern in den restlos gefüllten Kirchenbänken Mut. Die Kantate »Lobet Gott in seinen Reichen« kam dann auch wirklich deutlich kräftiger zum Vorschein. Angereichert mit einem Choralsatz aus dem Weihnachtsoratorium sowie einer modernen Beimischung »And Peace At Last« (und endlich Frieden) des zeitgenössischen Komponisten Stefan Mey kam hier ein bemerkenswertes Gesamtwerk heraus.

Der selbst im Publikum sitzende Mey spielte zudem eine besondere Rolle, als seine »Variationen über ein Thema von Edvard Elgar« ein echtes Novum sind. Frank Bloed­horn erklärte den Zuhörern, dass das vom Ensemble in Auftrag gegebene Werk erst in der vergangenen Woche seine Uraufführung feierte. In acht Sätzen drückten die Musiker alle Stimmungen aus, wobei insbesondere das Finale große Emotionen weckte.

Jenny Meyer spielt auf der Harfe

Vor und nach dem Hauptwerk schlug die Harfenistin Jenny Meyer ganz andere Töne an. »Das ist ein Monstrum«, sagte der mal locker-flockig, dann wieder mit ernsten Untertönen durch das Konzert führende Bloedhorn. Er meinte augenzwinkernd das Respekt einflößende Instrument, das vor den Bläsern aufgebaut war. Jenny Meyer interpretierte das »Impromptu« von Gabriel Fauré mit viel Gefühl und ei­ner erstaunlichen Kraft, wobei sie sowohl in sphärischen wie in stark anschlagenden Passagen mit der Klangfülle ihres Instrumentes überzeugte. »Drei Nüsse für Aschenbrödel« bildeten bei ihrem zweiten Auftritt den Kontrast.

Mit »Es ist ein Ros entsprungen« folgten erneut die Blechbläser in trauter Abwechslung mit dem Publikum. Eine Choralfantasie eines weiteren zeitgenössischen Komponisten, Christian Sprenger, gab einen Eindruck von der Bandbreite, die das Ensemble für sein Spezialkonzert immer wieder zeigt. Dem »Schlaf mein Kindelein, mein« von Max Reger als letztes Lied auf dem Zettel wollten die sichtlich bewegten Zuhörer nicht folgen. Erst mit zwei Zugaben, darunter einem weiteren Harfenspiel, entließen sie die Musiker in den Weihnachtsurlaub.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.