Freie Waldorfschule in Friedrichsdorf vor 25 Jahren gegründet »Sind kein komischer Haufen«

Gütersloh-Friedrichsdorf (WB). Die ersten Jahre waren schwierig: »Im Dorf« seien Lehrer, Eltern und Schüler der damals neuen Waldorfschule nicht akzeptiert worden, erinnert sich Martin Niewind (58) als Pädagoge der ersten Stunde. Inzwischen habe sich das Blatt aber gewendet.

Von Carsten Borgmeier
Christina Dohmen (48), Petra Frohnwieser, Regine Schulz und Martin Niewind (alle 58, von links) erwarten zum Festakt an diesem Samstag mehrere Hundert Gäste zur großen Geburtstagsfeier ihrer Waldorfschule an der Hermann-Rothert-Straße 7.
Christina Dohmen (48), Petra Frohnwieser, Regine Schulz und Martin Niewind (alle 58, von links) erwarten zum Festakt an diesem Samstag mehrere Hundert Gäste zur großen Geburtstagsfeier ihrer Waldorfschule an der Hermann-Rothert-Straße 7. Foto: Carsten Borgmeier

Mittlerweile gehöre die Schule mit dem etwas anderen Bildungskonzept fest zu Friedrichsdorf. Mitglieder hiesiger Vereine und Gruppen gingen dort ein und aus, nutzten nach Schulschluss gern die Räumlichkeiten, sieht der Waldorf-Lehrer das Eis längst gebrochen: »Wir sind doch kein komischer Haufen.«

Waldorfschule »im Dorf« inzwischen akzeptiert

Zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schule in selbstverwalteter Trägerschaft werden am Samstag, 4. Februar, (Beginn: 10.30 Uhr) an der Hermann-Rothert-Straße 7 mehrere Hundert Gäste, darunter auch Sigrid Beer (60, Grüne) als bildungspolitische Sprecherin der Düsseldorfer Landesregierung sowie Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz (44, CDU), erwartet.

Starthilfe kam aus Bielefeld-Schildesche

Waldorfschulen, die auch in einigen Fällen Rudolf-Steiner-Schulen heißen, setzen andere Akzente als staatliche Regelschulen: So bleiben die Kinder über viele Jahre hinweg im Klassenverband, es gibt erst in der Oberstufe Noten und dem praktisch-künstlerischen Lernen wird im täglichen Unterricht mit externen Praktika viel Platz eingeräumt. Alle staatlichen Abschlüsse, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur, werden angeboten.

Gebäude früherer Volks- und Hauptschule deutlich erweitert

Mit diesem von dem Publizisten und Anthroposophen Rudolf-Steiner (1865 bis 1925) begründeten Schulkonzept scheint die »Filiale« in Friedrichsdorf bislang sehr gut gefahren zu sein: Nach Auskunft von Niewind werden dort aktuell 410 Mädchen und Jungen von etwa 30 Pädagogen unterrichtet. Für jede Klasse gebe es eine Warteliste, betont Sekretärin Christina Dohmen (48).

Wartelisten in jeder Klasse

»Gestartet waren wir damals mit vier Klassen und 100 Schülerinnen und Schülern«, blickt Petra Frohnwieser (58) auf die Anfänge in Räumen der alten Friedrichsdorfer Volks- und Hauptschule zurück. Die Mutter dreier Kinder – selbstredend ebenfalls Waldorfschüler – gehört wie Martin Niewind, Uta Schwan und Frank Winter zum Gründungsteam, das nach wie vor in Friedrichsdorf unterrichtet. Träger der Schule ist ein gemeinnütziger Verein bestehend aus Lehrern und Eltern, der Vorstand ist paritätisch besetzt.

Großer Festakt am Samstag

Nach Niewinds Angaben wird die Schule zu etwa 75 Prozent durch die Landesregierung finanziert. Der Rest wird durch Schulgeld aufgebracht, das die Eltern zahlen. Seit 2001 konnte der Trägerverein große Bauprojekt umsetzen: Neben einer Aula (2009) mit 420 Sitzplätzen wurde die Schule 2013 für etwa drei Millionen Euro energetisch saniert.

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