Bewohnern des Rhedaer Forstes geht es um Erhalt des Naherholungsgebietes Anwohner klagen gegen neue Windräder

Gütersloh (WB). Zwei Anwohner des Rhedaer Forstes klagen gegen den Bau von drei Windkraftanlagen auf der Grenze zu Rheda-Wiedenbrück. Ihre Klagen richten sich gegen die vom Kreis Gütersloh erteilte Baugenehmigung.

Von Stephan Rechlin
Die Anwohner protestieren nicht nur gegen den Bau von Windrädern im Rhedaer Forst, sie klagen auch dagegen.
Die Anwohner protestieren nicht nur gegen den Bau von Windrädern im Rhedaer Forst, sie klagen auch dagegen. Foto: Wolfgang Wotke

Auf der als Vorrangfläche für den Windradbau ausgewiesenen Fläche möchten die Stadtwerke Gütersloh drei Anlagen mit einer Höhe von jeweils 170 Metern (Nabenhöhe: 110 Meter) errichten. Sie investieren eigenen Angaben zufolge zwölf Millionen Euro, um einen jährlichen Energieertrag von 16,8 Millionen Kilowattstunden zu erzielen. Damit kann der durchschnittliche Strombedarf von 5000 Haushalten gedeckt werden. Die Windräder sollen im dritten Quartal 2017 in Betrieb genommen werden.

Den Anwohnern geht es eigenen Angaben zufolge um Naturschutz. Die Anlagen zerstörten ein einmaliges Naherholungsgebiet. Den Verzicht auf ein Gutachten zur Umweltverträglichkeit sehen die Kläger als gravierenden Mangel in der Prüfung des Bauantrages an. Dadurch seien viele Fragen zum Naturschutz an diesem sensiblen Ort erst gar nicht gestellt worden.

Kreissprecher Jan Focken weist auf Anfrage darauf hin, dass die beiden Klagen im Gegensatz zu anderen Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz keine aufschiebende Wirkung haben. Die Stadtwerke hätten einen Antrag auf sofortige Vollziehung der Baugenehmigung gestellt – und dieser sei von der Kreisverwaltung bewilligt worden. Damit könne die Errichtung der Anlagen planmäßig vonstatten gehen. Focken: »Die Baustelle kann wie geplant von der Stadtwerken eingerichtet werden.« Bisher sei gegen jede Genehmigung, die den Bau eines Windrades ermöglicht habe, von Anliegern geklagt worden. Focken: »Und jede dieser Klagen ist von den Gerichten bisher abgewiesen worden.«

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