Große Protest-Aktion gegen ein Bauprojekt am Malvenweg »Die Bäume müssen bleiben«

Gütersloh (WB). Die vielen Banner und Schilder sind Zeichen des Widerstands: Anwohner, Bürger und Naturschützer bringen damit ihren Unmut zum Ausdruck, dass am Malvenweg in Gütersloh zehn hundertjährige Eichen einem Bauprojekt weichen sollen.

Von Wolfgang Wotke
Am Malvenweg in Gütersloh ist eine Abholzung von zehn wertvollen Bäumen geplant. Dort soll ein fünfstöckiges Wohngebäude entstehen. Am Freitagnachmittag haben Anwohner, Bürger und Naturschützer mit einer Aktion dagegen protestiert.
Am Malvenweg in Gütersloh ist eine Abholzung von zehn wertvollen Bäumen geplant. Dort soll ein fünfstöckiges Wohngebäude entstehen. Am Freitagnachmittag haben Anwohner, Bürger und Naturschützer mit einer Aktion dagegen protestiert. Foto: Wolfgang Wotke

»Das Waldstück muss bleiben« oder »Es ist die grüne Lunge« steht mit großen Buchstaben auf weißen Laken, die von den Protestlern zwischen den dicken Eichenbäumen aufgespannt worden sind. »Hier gibt es 140 Wohneinheiten, in denen mehr als 600 Menschen leben. Ich bezweifle, dass hier noch ein neues Wohngebäude gerechtfertigt ist«, wettert BfGT-Mitglied Rolf Wittkamp. Er ist der Meinung, dass dann dort ein neuer sozialer Brennpunkt entstehen könnte.

Bäume weisen auf eine alte Hofstelle hin

Auch der Naturschutz sei ein Thema: »Es gibt hier zahlreiche Vogelarten und andere heimische Tiere, die vertrieben werden. Dagegen wehren wir uns. Die Bäume müssen bleiben.« Auch Angelika Daum von der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) ist außer sich: »Die Verwaltung und Politiker wissen um den schlechten Zustand unserer Stadtbäume. Sie wissen auch, wie belastet die Luft in Gütersloh jetzt schon ist. Gerade alter Baumbestand kann die Luft am effektivsten verbessern.« Um die Leistung der Eichen am Malvenweg zu ersetzen, so Daum, müssten laut Fachleuten mindestens 30 000 neue gepflanzt werden. »Das kann die Stadt gar nicht leisten. Mit der Zustimmung zur Fällung gefährden Politiker und Verwaltung wissentlich unsere Gesundheit.« Außerdem weisen die Bäume auf eine alte Hofstelle hin, die durch die Anholzung endgültig in Vergessenheit gerate.

Planungsausschuss stimmt am Dienstag ab

Auf der Fläche soll bald ein fünfstöckiges Hochhaus mit 15 Wohneinheiten entstehen. Nur fünf Wohnungen davon sollen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet werden. »Uns ist klar, dass bezahlbarer Wohnraum in Gütersloh geschaffen werden muss. Aber nicht um jeden Preis«, sagt Birgit Niemann-Hollatz (Grüne). Wertvolle Natur dürfe dafür nicht geopfert werden.

Am Dienstag, 24. Januar, soll der Planungsausschuss über Bürgeranträge von GNU, Die Linke, Anwohnern und Freunden des Malvenwegs abstimmen. Niemann-Hollatz: »Die Anträge haben das Ziel, den wertvollen Baumbestand zu erhalten.« Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen haben sich in den Ausschüssen immer konsequent gegen die Abholzung der Eichen und von anderem Gehölz und gegen die Bebauung ausgesprochen. Am Freitag haben die Protestler eine Aktion durchgeführt, weiße Kreuze an bedrohte Bäume geklebt, um das Ausmaß zu demonstrieren.

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