Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Platz klingt aus – Besucher sind zufrieden Loblied auf das Hüttendorf

Gütersloh (WB). Nach 37 Tagen endet auf dem Berliner Platz die Weihnachtszeit. Standbetreiber und Besucher werden sich gern an den Duft von Glühwein, Vanillekipferln oder Bratwürsten erinnern, wie im heimeligen Hüttendorf zu hören war.

Von Carsten Borgmeier
Obst schmeckt auf dem Weihnachtsmarkt besonders gut: Anna, Linda (beide 16), Marit und Pauline (beide 15, von links) aus Gütersloh gönnen sich kurz vor Schluss im Hüttendorf noch ein paar Vitamine – mit Zuckerguss.
Obst schmeckt auf dem Weihnachtsmarkt besonders gut: Anna, Linda (beide 16), Marit und Pauline (beide 15, von links) aus Gütersloh gönnen sich kurz vor Schluss im Hüttendorf noch ein paar Vitamine – mit Zuckerguss. Foto: Carsten Borgmeier

Premierengäste wie Birgit (50) und Madlin Masjosthusmann (20) sowie Margret Großekatthöfer (75) aus Verl, Rudi Höwelbernd ((67) oder Maria Landersdorfer (61) aus Bayern äußerten sich jetzt ebenso lobend über den Gütersloher Weihnachtsmarkt wie Stammkunden, die seit 38 Jahren dabei sind: »Unser 40. Standjubiläum wollen wir hier auf jeden Fall feiern«, sagte Sonia Lemoine (56) aus Düsseldorf in ihrer Crépes-Bude.

Wetter passt zum Glühwein

»Ich bin zufrieden, das kalte Wetter passte zu meinen heißen Getränken«, meinte Claudine Clarke-Johnson (43) in ihrem Stand nebenan. »Der Gütersloher Weihnachtsmarkt wird von Jahr zu Jahr besser«, ergänzte sie. Clarke-Johnson ist ihrer Aussage zufolge mit Punsch und Flammkuchen nach eigenem Rezept schon zum sechsten Mal vor Ort. »Nur für Kinder könnte mehr geboten werden«, übte sie leise Kritik am Hütten-Konzept der Veranstalter, der Werbegemeinschaft und der Gütersloh Marketing GmbH (gtm).

Gern wiederkommen möchte Marlon Klaasen mit seiner imposanten Weihnachtspyramide: »Wir sind überrascht vom guten Zuspruch der Gäste«, sagte der 32 Jahre alte Gastronom aus Rinteln im Weserbergland. Er war mit dem zwölf Meter hohen, mindestens 150 000 Euro teuren Holz-Bauwerk, an dem im Erzgebirge zwei Jahre gezimmert worden sei, erstmals in Gütersloh zu Gast, löste die bisherige Lounge von Ischo Can (35) ab.

Gute Live-Bands auf der Bühne

Doch nicht nur die mit lebensgroßen Märchenfiguren ausstaffierte, schindelgedeckte Pyramide im Schatten des Karstadt-Kaufhauses kam beim bummelnden Publikum gut an, auch die von Klaasen angebotenen weißen und roten Glühwein-Variationen von der Mosel mundeten seinen Angaben zufolge den Gästen. Praktisch: Sie konnten von dort aus bequem das erneut umfangreiche Bühnenprogramm verfolgen.

Genau das gefiel auch Annika Gievers (23) aus Gütersloh und ihrem Freund Stefan Hagenmeier (27) aus Verl: »Die Live-Bands waren richtig gut und der Markt ist auch nicht zu groß«, sagte die selbstständige Grafikdesignerin. Das Paar deckte sich gestern am vorletzten Tag noch mit Süßigkeiten ein: »Die besten Haribo-Schlangen gibt es nur hier«, meinte Stefan Hagenmeier, der seine Annika noch mit einem riesigen Lebkuchenherz verzückte.

Mit zur Gründerfamilie des Gütersloher Weihnachtsmarktes gehört Johann Lemoine (54). Dessen inzwischen verstorbener Vater Willi sowie sein Onkel Johann Schneider (91) zählten Mitte der 1970er Jahre zu den Standbetreibern der ersten Stunde auf dem Berliner Platz. »Wir hatten dieses Mal hervorragendes Wetter, es war richtig schön kalt«, bilanziert der 54-Jährige, der in seinem Glühwein-Stand »Polarstern« von Tochter Carla (16) und Sohn Johann (20) unterstützt wird.

Berliner Anschlag wirkt sich aus

Mittags sei der Markt oftmals etwas schwach besucht gewesen, »abends war es aber okay«. Auch der Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin am Montag, 19. Dezember, habe sich an den zwei folgenden Tagen negativ auf die Besucherzahlen in Gütersloh ausgewirkt, meinte Lemoine. Standbetreiberin Clarke-Johnson sah das ebenso.

Gäste hätten sich in einigen Fällen irritiert über Polizisten geäußert, die in der Folge – mit Maschinenpistolen ausgerüstet – auf dem Weihnachtsmarkt patrouillierten. »Das wirkte schon abschreckend«, meinte Lemoine.

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