Großstadt darf sich Gütersloh (vorerst) jedoch nicht nennen 100 217 Einwohner!

Gütersloh  (WB). Inoffiziell hat Gütersloh die magische Grenze übersprungen. 100.217 Einwohnern zählt die Stadt nach der ­neuesten Statistik des Einwohnermeldeamtes. Auf den Großstadt-Status wird Gütersloh jedoch weiter warten müssen. Hierfür ist eine andere Statistik maßgeblich.

Von Wolfgang Wotke
Gütersloh wächst: 100.217 Einwohner zählt das Einwohnermeldeamt mittlerweile. Für den Großstadt-Status ist jedoch die Landesstatistik relevant.
Gütersloh wächst: 100.217 Einwohner zählt das Einwohnermeldeamt mittlerweile. Für den Großstadt-Status ist jedoch die Landesstatistik relevant. Foto: Carsten Borgmeier

»Für uns ist die Landesstatistik von IT NRW relevant. Und die zählt zurzeit 97 586 Einwohner«, sagt Susanne Zimmermann, Leiterin des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. In dieser Statistik sei es noch ein weites Stück bis zur 100 000-Einwohner-Grenze.

Das ist nämlich die magische Zahl: Großstädte sind nach einer Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 alle Städte mit mindestens 100 000 Einwohnern.

Deutschland hat 78 Großstädte

Es gibt 78 Großstädte in Deutschland, von denen allein 29 (entspricht 37 Prozent) in Nordrhein-Westfalen liegen. Vier sind Millionenstädte, weitere neun haben mehr als eine halbe Million Einwohner.

Eine Großstadt wird nach dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung weiter unterteilt in eine »Kleinere Großstadt« mit 100 000 bis 500 000 Einwohnern und eine »Große Großstadt« mit mehr als 500 000 Einwohnern. Also wäre Gütersloh dann offiziell eine kleinere Großstadt.

Die eigene Einwohner-Statistik, so Zimmermann, sei großen Schwankungen unterworfen, die durch den Zensus (Volkszählung) bereinigt werde. »Das sind nicht zeitgerechte Datenübermittlungen bei An- und Abmeldungen, Werkarbeiter, Saisonkräfte, die hier nur für ein halbes Jahr arbeiten.«

Stadtmarketing könnte profitieren

Der Schritt zur »Großstadt« würde keine nennenswerten rechtlichen Auswirkungen haben. Henning Schulz würde kein Oberbürgermeister sein, denn dieser Begriff wird nur für Stadtoberhäupter kreisfreier Städte verwandt.

»Dem Begriff Großstadt kommt vielleicht eine gewisse Bedeutung für das Stadtmarketing zu, denn damit lässt sich gut werben«, glaubt Zimmermann. Gütersloh wachse stetig, vor allem in der Kultur, Bildung und besonders in der Wirtschaft. Das zeige schon heute auf, dass man irgendwie den Status einer kleineren Großstadt habe, obwohl er offiziell noch nicht anerkannt ist.

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