Streit um Qualifikation einer alternativ ausgebildeten Musiklehrerin Waldorfschule verklagt Land

Gütersloh (WB). Die Freie Waldorfschule Gütersloh klagt vor dem Verwaltungsgericht Minden gegen das Land. Die Schule möchte eine Musiklehrerin einstellen, aber die Schulabteilung der Bezirksregierung Detmold hält die Frau nicht für qualifiziert.

Von Christian Althoff
Die Freie Waldorfschule Gütersloh klagt.
Die Freie Waldorfschule Gütersloh klagt. Foto: Carsten Borgmeier

Waldorfschulen, die gelegentlich auch Rudolf-Steiner-Schulen heißen, setzen andere Akzente. Zum Beispiel wird dem künstlerisch-kreativen Bereich sehr viel Platz eingeräumt. Die Gütersloher Schule möchte eine Musiklehrerin beschäftigen, die ihre Ausbildung nicht an einer Universität gemacht, sondern drei Jahre das Institut für Waldorf-Pädagogik in Witten besucht und anschließend ein Jahr in den Niederlanden studiert hat. Dort erwarb sie einen »Bachelor of Music«.  

Die Gütersloher Schule beantragte bei der Bezirksregierung, der Frau eine Unterrichtsgenehmigung für die Klassen eins bis 13 zu erteilen und die Kosten für ihr Gehalt zu erstatten.

Standard werde mit der Alternativ-Ausbildung nicht erreicht

Das lehnte die Behörde ab. Volker Friese, Hauptdezernent bei der Bezirksregierung: »Wer in NRW Musik unterrichten will, muss zehn Semester studieren, also fünf Jahre.  Allein von der Ausbildungszeit her entspricht die Qualifikation der Waldorflehrerin nicht den Voraussetzungen.« Der übliche Standard werde mit der Alternativ-Ausbildung nicht erreicht.

Das sieht die Schule anders. Sie meint, dass ein klassisches Lehramtsstudium nicht das Wissen vermittele, um musikalische Projekte an einer Waldorfschule durchzuführen. Deshalb sei sie auf ihre Wunschkandidatin angewiesen. Die 8. Kammer des Verwaltungsgerichts will in Kürze entscheiden. 

In der Verhandlung am Montag deutete sie aber schon an, dass es eine völlige Gleichsetzung der Frau mit studierten Musiklehrern nicht geben werde.

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