Umzug der Brillenmanufaktur bereits zwei Mal verschoben – alte Brennerei Elmendorf birgt »Überraschungen« Im Mai soll es endlich so weit sein

Gütersloh (WB). Das Isselhorster Großprojekt des Brillendesigners Markus Temming (45) wird vermutlich eine Million Euro teurer als ursprünglich geplant.

Von Carsten Borgmeier
In diesem früheren Lager der Elmendorf-Kellerei soll im Mai die Brillen-Manufaktur von Markus Temming ihren Betrieb aufnehmen.
In diesem früheren Lager der Elmendorf-Kellerei soll im Mai die Brillen-Manufaktur von Markus Temming ihren Betrieb aufnehmen. Foto: Carsten Borgmeier

Wegen unvorhersehbarer Schwierigkeiten auf dem Grundstück der früheren Brennerei Elmendorf kalkuliert der Investor und Planer jetzt mit Baukosten in Höhe von zehn Millionen Euro.

Das Projekt

Mit dem Abschluss aller Arbeiten rechnet Markus Temming Anfang 2017. Dann soll dort sein Traum von Leben, Arbeiten und Wohnen in historischem Ambiente zur Realität werden. Er will sein Unternehmen, moderne Mietwohnungen, ein Restaurant, ein Hotel, eine Volksbank-Filiale sowie Büros ansiedeln.

Die »Überraschungen« sind nach Temmings Angaben auch ein Hauptgrund dafür, weshalb sein Unternehmen »Markus T.« noch nicht wie geplant in die renovierte Kellerei des Indus­trie-Denkmals an der Haller Straße umziehen konnte. Temming hatte dies anfangs für Ende 2015 vorgesehen, dann den vergangenen März angekündigt – doch jetzt soll es endlich im Mai soweit sein.

Bei den aufgetretenen Schwierigkeiten handele es sich hauptsächlich um sogenannte Torflinsen im Untergrund. Eine Torflinse ist ein meist kleines, im Querschnitt linsenförmiges Moorgebiet. Es erfordere aufwändigere Fundamente, weil sonst der Baukörper absacken könne oder Risse entstehen, erklärt Markus Temming.

Ferner sei die vorhandene Bausubstanz der zum Teil mehrere Jahrhunderte alten Gebäude schlechter als erwartet. Auch der jeweilige Abstimmungsprozess mit der Denkmalbehörde sei oftmals sehr zäh gelaufen, sagt Temming weiter.

Dennoch lässt sich der Unternehmer nicht entmutigen. »Das ist ein ehrgeiziger Plan, aber wir werden es schaffen«, gibt er sich zuversichtlich.

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Kälte, Nässe, Frost und jahrelanger Leerstand haben mehr kaputt gemacht, als wir dachten.

Markus Temming

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In der Tat laufen auf dem etwa 8700 Quadratmeter großen Areal die Arbeiten auf Hochtouren: Am weitesten fortgeschritten ist jener Bereich, der zukünftig die gläserne Manufaktur Temmings beherbergen soll. Der 45-Jährige möchte an bestimmten Tagen in der Woche Besuchern freie Sicht auf die Brillen-Produktion bieten.

Das alte Brennerei-Gebäude hingegen ist derzeit nicht viel mehr als ein Gerippe: Der Dachstuhl habe komplett entfernt werden müssen, das Holz sei von Schädlingen befallen gewesen. »Kälte, Nässe, Frost und jahrelanger Leerstand haben mehr kaputt gemacht, als wir dachten«, berichtet der Designer.

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