FDP-Mandatsträger reagieren auf rechtsradikal wirkenden Brief des AfD-Bezirksverbandes Liberale Fraktion ist zerrissen

Kreis Gütersloh (WB). Die Liberale Fraktion ist am Ende. Gestern ist der Landrat als zuständige Behörde über die beabsichtigte Auflösung der vor knapp anderthalb Jahren gegründeten Kreistags-Kooperation zwischen AfD und FDP schon einmal informiert worden. Die formal gültige Kündigung soll in den nächsten Tagen folgen.

Von Stephan Rechlin
Durch die Liberale Fraktion zieht ein Riss. Die FDP-Mitglieder Michael zur Heiden und Hartwig Fischer (rechte Hälfte) distanzieren sich von der rechtsradikalen Haltung in einem Rundbrief, den Johannes Brinkrolf und Udo Hemmelgarn mit unterzeichnet haben.
Durch die Liberale Fraktion zieht ein Riss. Die FDP-Mitglieder Michael zur Heiden und Hartwig Fischer (rechte Hälfte) distanzieren sich von der rechtsradikalen Haltung in einem Rundbrief, den Johannes Brinkrolf und Udo Hemmelgarn mit unterzeichnet haben. Foto: Reinhard Nolte

Die FDP-Mitglieder in der Fraktion reagieren mit diesem Schritt auf einen vierseitigen Rundbrief des AfD-Bezirksverbandes an alle politischen Mandatsträger in Ostwestfalen-Lippe.

In dem Schreiben  behauptet die AfD unter anderem, dass der nicht enden wollende Migrantenstrom zu »exorbitant gestiegenen Fällen von Gewalt, mannigfaltiger Vergewaltigung, Missbrauch von Kindern, sexuellen Übergriffen, erzwungener Prostitution, Überfällen, Krawallen, Massenschlägereien, Diebstahl, Vandalismus, Zerstörung von Unterkünften, Mobiliar und Kleidung sowie der Gefahr potenziell mitgereister Terroristen, Dschihadisten und IS-Kämpfer« geführt habe.

Noch-Kanzlerin Angela Merkel bugsiere Deutschland an den Rand des Bürgerkrieges. Die Nation drohe zum Opfer einer »Entdeutschung« zu werden. 

Die Zusammenarbeit zwischen AfD und FDP im Gütersloher Kreistag war von Beginn an heftig kritisiert worden. SPD und Grüne verweigerten die Gesprächsbereitschaft mit der neuen Fraktion und leiteten eine juristische Prüfung zu deren Zulässigkeit ein. Der FDP-Kreisverband forderte die eigenen Mandatsträger auf, die Zusammenarbeit umgehend zu beenden, um nicht in den Verdacht eines Rechtsrucks zu geraten.

Mehr lesen Sie am Freitag in der Gütersloher Ausgabe des WESTFALEN-BLATTES.

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