Mutter des Gütersloher Findelkindes ist am Mittwoch aus der U-Haft entlassen worden Unter Auflagen in Freiheit

Gütersloh (WB). Nach fast sieben Wochen in Untersuchungshaft ist die 38-jährige Mutter des Gütersloher Findelkindes Mittwochmorgen freigekommen. Ein Ermittlungsrichter setzte in Bielefeld den Haftbefehl außer Vollzug.

Von Carsten Borgmeier
An dieser Stelle finden Anwohner am Sonntagabend Mitte Juni das wenige Stunden alte Kind.
An dieser Stelle finden Anwohner am Sonntagabend Mitte Juni das wenige Stunden alte Kind. Foto: Polizei

Den Antrag dazu hatte Pflichtverteidiger Peter Wüller gestellt. »Meine Mandantin ist überglücklich, wieder in Freiheit zu sein«, sagte der 52-jährige Bielefelder Rechtsanwalt dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage.

Beschuldigte in betreuter Wohneinrichtung

Nach dem Haftprüfungstermin im Bielefelder Amtsgericht sei die Beschuldigte in eine betreute Wohneinrichtung gebracht worden, die Wüller zuvor vermittelt hatte. Auf keinen Fall sollte die Leiharbeiterin eines Rheda-Wiedenbrücker Fleischwerkes in ihre frühere Unterkunft an der Gütersloher Ziethenstraße zurückkehren, wie auch Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann betonte. Die Vertreterin der Anklagebehörde hatte im Vorfeld  ihre Zustimmung zu Wüllers Antrag signalisiert, sollte er der Beschuldigten eine neue Bleibe besorgen. Der Frau wurde nach Angaben des Rechtsanwalts zur Auflage gemacht, sich zwei Mal wöchentlich bei der Polizei zu melden.

Die ungelernte Arbeiterin, die ihren neugeborenen Sohn am Sonntag, 14. Juni, auf dem Parkplatz eines Gütersloher Elektronikmarktes in einer Plastiktüte ausgesetzt hatte, war am Donnerstag, 9. Juli, nach Hinweisen von Belegschaft und Nachbarn in ihrer Wohnung festgenommen worden.

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