38-Jährige leidet in U-Haft – Verteidiger sucht Bleibe Kommt die Mutter des Findelkindes frei?

Gütersloh (WB). Die in Untersuchungshaft sitzende Mutter des Mitte Juni an einem Gütersloher Elektronikmarkt ausgesetzten Jungen könnte diese Woche noch frei kommen, wenn sie sich anschließend regelmäßig bei der Polizei meldet. Das hofft Rechtsanwalt Peter Wüller, der die 38-jährige Rumänin juristisch vertritt.

Von Carsten Borgmeier
Im Gebüsch am Parkplatz dieses Elektronikmarktes findet eine Anwohnerin am Sonntagabend, 14. Juni, einen wenige Stunden alten Jungen. Die Mutter sitzt seit 9. Juli in U-Haft.
Im Gebüsch am Parkplatz dieses Elektronikmarktes findet eine Anwohnerin am Sonntagabend, 14. Juni, einen wenige Stunden alten Jungen. Die Mutter sitzt seit 9. Juli in U-Haft. Foto: Wolfgang Wotke

Nach Angaben Wüllers stehen die Chancen gut, die Haft auszusetzen, sollte er der Staatsanwaltschaft eine neue Wohnung für die Beschuldigte nennen können.

»Meiner Mandantin geht es sehr schlecht, sie hat nichts und niemanden«, sagte Wüller jetzt dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage. »In der Untersuchungshaft verschlimmert sich ihr Zustand zusehens. Sie muss da heraus.« Derzeit bemühe er sich intensiv um eine Bleibe für die 38-Jährige.

Am Donnerstag, 9. Juli, war die Rumänin in ihrer Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Ziethenstraße von Polizisten festgenommen worden. Die Leiharbeiterin eines Fleischwerkes gestand schließlich, ihren am 14. Juni geborenen Sohn wenige Stunden später im Gebüsch auf dem Parkplatz eines Elektronikmarktes in einer Plastiktüte ausgesetzt zu haben. Wegen versuchter Tötung in Tateinheit mit Kindesaussetzung war sie schließlich in Bielefeld-Brackwede inhaftiert worden.

Ihr wimmerndes Kind, das an jenem Sonntagabend Mitte Juni von einer Spaziergängerin entdeckt worden war, befindet sich in der Obhut einer durch das Gütersloher Jugendamt vermittelten Pflegefamilie. Dem Vernehmen nach geht es dem Jungen gesundheitlich gut.

Wie Peter Wüller weiter berichtet, lasse die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Frau derzeit psychologisch hinsichtlich ihrer Schuldfähigkeit begutachten. Der Rechtsanwalt hat ferner Akteneinsicht beantragt. Von Seiten der Staatsanwaltschaft äußerte sich Stefanie Jürgenlohmann zurückhaltend: »Eine Entscheidung in der Sache wurde noch nicht getroffen.«

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