Bald geht es in den Süden – Vogeleltern füttern noch sporadisch Jungstörche werden flügge

Gütersloh (WB). Groß und kräftig sind die Jungstörche in der Großen Wiese in den wenigen Wochen geworden. Nun unterscheiden sie sich noch kaum von ihren Eltern. Nur der etwas dunklere und der mit dem kürzeren Schnabel sind ein kleines Merkmal.

Oft verlassen die Jungstörche tagsüber schon ihr Nest und  sind dann zusammen mit den Altvögeln auf gemeinsamer Futtersuche in der Nähe des Horstes zu beobachten.
Oft verlassen die Jungstörche tagsüber schon ihr Nest und sind dann zusammen mit den Altvögeln auf gemeinsamer Futtersuche in der Nähe des Horstes zu beobachten. Foto: Manfred Heinze

Von der Aussichtsplattform an der Siekstraße aus erlebten viele Naturfreunde das Aufwachsen der Jungstörche aus der Nähe. Zumal das neu installierte Beobachtungsfernglas fast alles hautnah beobachten lässt. Der tägliche Besucherandrang zeigt die nach wie vor große Beliebtheit der Weißstörche in der Bevölkerung. Gilt doch der Storch seit eh und je als Glücksbringer. In alten Sagen und Märchen brachte der »Klapperstorch« die Kinder, und noch heute wird oft ein Abbild bei jungen Hochzeitspaaren von Nachbarn und Freunden in die Kränzerei einbezogen.

Jetzt verlassen die Jungstörche tagsüber schon ihr Nest und sind dann oft zusammen mit den Altvögeln auf gemeinsamer Futtersuche in der Nähe des Horstes zu beobachten. In den Abendstunden kehren sie noch regelmäßig zurück. Es bietet sich ein tolles Bild, wenn sie kurz vor Sonnenuntergang segelnd heimkehren.

In den ersten 14 Tagen nach Verlassen des Nestes werden sie in den Abendstunden noch einmal von den Eltern gefüttert. Laut klappernd und flügelschlagend empfangen sie dort den Elternvogel und verschlingen gierig jeden Happen, der vor ihnen ausgewürgt wird. Geschwisterliebe kennen Jungstörche beim Fressen nicht; wer den Schnabel am schnellsten aufreißt, der bekommt auch das meiste davon ab.

Es gilt in den nächsten Tagen noch möglichst viel Nahrung aufzunehmen und Fettreserven anzulegen, denn schon bald steht wieder die Reise in südlichere Gefilde an. Die Jungstörche des vergangenen Jahres sind am 11. August zum Abflug nach Spanien gestartet. Dort konnte die Ringnummer des Storches »Max« in Almazan, etwa 190 Kilometer von Madrid entfernt, abgelesen werden. Die Storcheneltern sind ihnen erst am 28. September 2014 gefolgt. Die Mitglieder des Naturschutz-Teams sind gespannt, ob es in diesem Jahr ähnlich sein wird.

Das Storchenjahr 2015 geht bald zu Ende. Über die Webcam können alle Naturfreunde verfolgen, wie lange die Störche noch da sein werden.

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