Jugendlicher erhält zwei Jahre auf Bewährung Gericht rechnet Geständnis an

Gütersloh (WB). Zuerst soll er seine damalige 17-jährige Freundin im Alkoholrausch vergewaltigt, danach einen Polizeibeamten mit einem Not-Hammer attackiert und schwer verletzt haben. Der 19-jährige Angeklagte aus Oerlinghausen hat dafür am Freitag vom ­Jugendschöffengericht Gütersloh eine milde Strafe erhalten: Zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung.

Von Wolfgang Wotke

Erst nach einer kurzen Gerichtspause und Beratung mit seinem Verteidiger Markus Kottmann räumte der 19-Jährige, der bis gestern in Untersuchungshaft saß, die Straftaten ein: »Ja, ich habe meiner Freundin die Beine mit Gewalt auseinandergedrückt und habe den Beischlaf vollzogen.« Der beschuldigte Arbeiter aus Oerlinghausen soll das am 21. Dezember in der Wohnung ihrer Eltern am Drosselweg in Gütersloh getan haben.

Anschließend soll er mehrmals dorthin zurückgekehrt sein, um das Opfer und ihren Vater zu beruhigen und sie zu bitten, von einer Strafanzeige Abstand zu nehmen. Einen Monat später soll der 19-Jährige erneut zur Wohnung seiner ehemaligen Freundin gefahren sein, um noch einmal Einfluss auf sie zu nehmen. Das sei ihm nicht geglückt. Daraufhin soll er in den Keller geflüchtet sein.
Der 56-jährige Vater verständigte die Polizei. Unmittelbar nach Eintreffen der Beamten griff der junge Mann einen 33-jährigen Polizeikommissar mit einem Not-Hammer an und verletzte ihn schwer am Kopf. Die Wunden mussten im Krankenhaus versorgt werden. Während der Festnahme erlitt der Polizist darüber hinaus einen Bruch des Mittelhand­knochens.

Staatsanwältin Julia Oerter wertete das Geständnis und die Einsicht sowie die Entschuldigung des Angeklagten positiv und forderte zwei Jahre Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Zur Tatzeit habe der Angeklagte unter erheblichen Alkoholeinfluss gestanden, so dass eine verminderte Schuldfähigkeit vorliege. Er muss sich in eine Therapie begeben und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Seine frühere Freundin leide noch unter Berührungsängsten und sei stark verunsichert, sagte Gabriele Martens, Rechtsanwältin der Nebenklägerin.

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