Findelkind auf dem Media-Markt-Parkplatz beschäftigt Stadtrat Keine zweite Babyklappe

Gütersloh (WB). Nachdem vor zwei Wochen ein neugeborener Junge auf dem Gütersloher Media-Markt-Parkplatz abgelegt wurde, hat die Polizei weitere Details zu dem Fall bekannt gegeben.

Von Michael Delker
Die Babyklappe auf dem Gelände der Pfarrgemeinde »Heilige Familie« ist in 20 Jahren einmal genutzt worden.
Die Babyklappe auf dem Gelände der Pfarrgemeinde »Heilige Familie« ist in 20 Jahren einmal genutzt worden. Foto: Stephan Rechlin

Demnach geht die Ermittlungskommission »Meinrad« davon aus, dass das Baby am Sonntagnachmittag, 14. Juni, in unmittelbarer Nähe des Auffindeortes zur Welt gebracht wurde. Die Beamten sind der Auffassung, dass sich die Mutter zur Geburt zurückgezogen hat, um das Kind an einem ruhigen Ort zur Welt zu bringen.

»Video-Aufzeichnungen im Umkreis des Marktes werden derzeit ausgewertet«, berichtet Polizei-Sprecher Achim Ridder. Die Mutter sei sicherlich in einer körperlich und seelisch schwierigen Situation.

Nach der großflächigen Verteilung von Flyern sind bei den Ermittlern bislang neun Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur war nach Angaben von Ridder noch nicht dabei, weshalb die Ermittler auf weitere Hinweise hoffen, um die Mutter doch noch ausfindig zu machen.

Eine weitere Babyklappe zu installieren (zum Beispiel am Klinikum oder einer zentral gelegenen Stelle), hält die Stadt für nicht so sinnvoll. Eine entsprechende Frage hatte die Fraktion der Linken im Stadtrat aufgeworfen. Dezernent Joachim Martensmeier verwies auf die Babyklappe auf dem Gelände der Pfarrgemeinde Heilige Familie in Blankenhagen, die in 20 Jahren genau einmal genutzt worden sei.

Es sei der richtige Standort für die Klappe, weil sie sich an einer abgelegeneren Stelle befände und nicht unmittelbar einzusehen sei. Somit bestünde nicht die Gefahr, dass ständig jemand vorbeikomme oder sich in der Nähe aufhalte. Das wäre am Klinikum oder einer zentralen Stelle in der Stadt nicht der Fall.

Gleichzeitig verwies Martensmeier auf die Möglichkeit der »vertraulichen Geburt«. Diese biete den Vorteil, dass die Mutter schon vor der Geburt, Mutter und Kind während der Geburt und danach medizinisch adäquat betreut und versorgt werden könnten. Daher sei es sinnvoll, diese Möglichkeit verstärkt bekannt zu machen.

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