Notkaiserschnitt kam viel zu spät – Sechsjährige bleibt körperlich behindert Geburtsschaden: Klinik zahlt Mädchen 300 000 Euro

Gütersloh (WB). Das St.-Elisabeth-Hospital in Gütersloh muss einem Mädchen 300 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das Kind ist behindert, weil sich die Ärzte bei seiner Geburt zu spät zu einem Notkaiserschnitt entschlossen hatten.

Von Christian Althoff
Das St.-Elisabeth-Hospital: Hier haben Ärzte einem Gutachten zufolge zu lange mit einem Notkaiserschnitt gewartet.
Das St.-Elisabeth-Hospital: Hier haben Ärzte einem Gutachten zufolge zu lange mit einem Notkaiserschnitt gewartet. Foto: Wolfgang Wotke

Nachdem das Landgericht Bielefeld in erster Instanz nur 190.000 Euro Schmerzensgeld bewilligte, sprach das Oberlandesgericht Hamm dem Mädchen jetzt die höhere Summe zu. Der für Arzthaftungsfragen zuständige 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts erhöhte die Summe vor allem, weil das Kind nicht geistig behindert ist und deshalb täglich bewusst erleben muss, dass es im Vergleich zu seinen Altersgenossen erheblich eingeschränkt ist. 

Während der Geburt 2009 im St.-Elisabeth-Krankenhaus bekam das Mädchen zu wenig Luft. Spätestens um 17.50 Uhr hätte ein Arzt das Baby mit einem Notkaiserschnitt auf die Welt holen müssen, erklärte ein medizinischer Sachverständiger vor Gericht. Dass man das Mädchen noch fast 40 Minuten länger, nämlich bis 18.29 Uhr, im Mutterleib gelassen habe, sei ein »grober Behandlungsfehler« gewesen, sagte der Gutachter.

Den ganzen Bericht lesen Sie am Donnerstag im WESTFALEN-BLATT.

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