Paul-Leo Leenen bekommt die Verdienstmedaille der Stadt Rietberg – mehr als 200 Gäste gratulieren  Ein Leben für die Musik 

Rietberg (WB). Erst zum dritten Mal hat die Stadt Riet- berg die Verdienstmedaille vergeben – die höchste Auszeichnung der Kommune. Paul-Leo Leenen hat sie am Freitag vor 200 Gästen in der Cultura bekommen.

Von Petra Blöß
Feierliche Übergabe der Medaille am Ende des Festaktes: Bürgermeister Andreas Sunder (links) gratuliert Paul-Leo Leenen und denkt zudem dessen Ehefrau Margret für deren Unterstützung. Sie hält seit ihrem Mann seit mehreren Jahrzehnten den Rücken frei.
Feierliche Übergabe der Medaille am Ende des Festaktes: Bürgermeister Andreas Sunder (links) gratuliert Paul-Leo Leenen und denkt zudem dessen Ehefrau Margret für deren Unterstützung. Sie hält seit ihrem Mann seit mehreren Jahrzehnten den Rücken frei.

In einem emotionalen Festakt würdigten unter anderem Bürgermeister Andreas Sunder und junge Weggefährten das langjährige Engagement des früheren Realschullehrers und Kirchenmusikers, der sich ganz in den Dienst der Musik gestellt hat. Leenen wusste von der Ehrung nichts und auch während der Veranstaltung ahnte er zuerst nicht, was es mit diesem Abend überhaupt auf sich hatte.

Eigentlich war eine Jugendchorprobe angesetzt. Der Dirigent verließ sein Haus, ehe er von Katharina Mertens und ihrem Helferteam »entführt« wurde. Mit Kopfhörern und Augenbinde fuhren die Frauen Paul-Leo Leenen über Umwege zur Cultura. Gäste aus der Politik, Chormitglieder mehrerer Ensembles unter Leenens Leitung und natürlich die Familie Leenens warteten. Es herrschte Gänsehautatmosphäre, als Leenen die Bühne betrat. Mädchen und Jungen seines Kinderchores standen mit roten Rosen Spalier. Dass ihm an diesem Abend noch die Verdienstmedaille übergeben würde, das erfuhr Leenen erst nach vielen emotionalen Auftritten seiner Musikformationen.

MGV und Frauenchor Mastholte erwiesen ihm ihre gesangliche Referenz, die Chorgemeinschaft sorgte mit einem irischen Segenslied für Tränen. Die Musketiere samt »d‘ Artagnan«, Hauptdarsteller der jüngsten Musicaleinstudierung der Jugendmusical-Bühne Rietberg 2010, traten mit »Einer für alle, alle für einen« auf, holten ihren Gründer dazu und demonstrierten, warum dieser Verein auch überregional auf so große Zustimmung stößt. Ein toller Auftritt!

Noch mehr faszinierte Leenens Jugendchor, eine Herzensangelegenheit des bescheidenen Musikers. Der ebenfalls gerührte Moderator Werner Bohnenkamp erzählte, dass Leenen besonders mit dem Jugendchor viele Erinnerungen verbindet – etwa ein Auftritt in Polen, bei dem eine Auschwitz-Überlebende spontan ihre Halskette an das jüngste Chormitglied mit bewegenden Worten überreicht hatte.

Bürgermeister Andreas Sunder übernahm anschließend die Auszeichnung: »Sie führen Regie, beanspruchen aber nie die Hauptrolle für sich.« Mit Blick auf die vielen Aktivitäten über Jahrzehnte hinweg, insbesondere aber auf die Einstudierung von Haydns Schöpfung zu Rietbergs 725-Jahr-Feier im vergangenen Jahr sagte Sunder: »Die gesamte Stadt ist ihnen dafür dankbar.« Und Leenen, der phasenweise überwältigt schien, sagte: »Ich habe früher gedacht, die Jugend hat kaum eine Lobby. Da muss ich etwas tun. Und die Jugendlichen geben mir viel zurück. Es gibt unendlich viele schöne Momente aus der gemeinsamen Arbeit.« Und die soll weitergehen wie er signalisierte – zur Freude der Gäste.

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