Der Vorsitzende des Vereins »Bürger für Gütersloh« kandidiert für das Bürgermeisteramt  Morkes wartet nicht mehr 

Gütersloh (WB). Typisch Norbert Morkes: Der Vorsitzende des Vereins »Bürger für Gütersloh« (BfGT) hat sich einen originellen Ort ausgesucht, um seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt zu verkünden. In einem provisorischen Wartehäuschen vor dem Rathaus sagt er: »Ich mach's.«

Von Wolfgang Wotke
BfGT-Chef Norbert Morkes will nicht länger warten und verkündet in einem Bus-Wartehäuschen vor dem Rathaus seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters. Seine Vereinskollegen Sylvia Mörs und Andreas Müller unterstützen ihn.
BfGT-Chef Norbert Morkes will nicht länger warten und verkündet in einem Bus-Wartehäuschen vor dem Rathaus seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters. Seine Vereinskollegen Sylvia Mörs und Andreas Müller unterstützen ihn.

Nicht umsonst habe er sich diesen Platz ausgesucht, »weil ich noch einmal darauf hinweisen will, dass hier Steuergelder verschwendet worden sind«, betonte der 63-Jährige. In den vergangenen Wochen ist oft darüber spekuliert worden, ob Morkes zum dritten Mal das Amt des Bürgermeisters anstrebt oder nicht. Da war sogar die Rede von Nervosität in den beiden großen Parteien (CDU und SPD) und bei seinen politischen Gegnern. Jetzt hat sich Morkes entschieden: »Der BfGT-Vorstand wird auf der nächsten Versammlung im März den Mitgliedern empfehlen, mich als Kandidat aufzustellen.« Die stellvertretenden Vorsitzenden von Verein als auch von der Fraktion, Andreas Müller und Sylvia Mörs, bestätigten gestern, dass man geschlossen hinter seiner Nominierung steht. Damit ist er neben Henning Schulz (CDU), Matthias Trepper (SPD) und der parteilosen Dr. Anke Knopp der vierte Kandidat für die Wahl um das Stadtoberhaupt im September.

Zu seinen Chancen äußerte sich Morkes selbstbewusst: »Nach der Ära von Maria Unger ist alles möglich und die Karten werden neu gemischt. Warum soll es wie in anderen Städten auch nicht in Gütersloh einen Bürgermeister geben, der nicht den etablierten Parteien angehört?« Der BfGT-Chef will mehr Transparenz in Politik und Verwaltung, keine Geheimniskrämerei hinter verschlossenen Türen, sondern rechtzeitige, offene Informationen der Bürgerschaft, eine Entbürokratisierung der Verwaltung und einen intensiveren Informationsaustausch mit den Beiräten, sowie einen neu gegründeten Beirat für Behinderte. Norbert Morkes: »Die Menschen in Gütersloh sollen stolz darauf sein, hier leben zu können. Ich will ein neues ›Wir-Gefühl‹ schaffen.«

Bei den Bürgermeisterwahlen 2004 schaffte Norbert Morkes den dritten Platz mit 3038 Stimmen (7,91 Prozent) – das waren fast doppelt so viele wie die Anwärter von Grünen und FDP. Ebenfalls Platz drei belegte er 2009 vor den Aspiranten von Grünen und UWG mit 3375 Stimmen (8,72 Prozent). In seinem Pavenstädter Wahlbezirk errang Morkes im vergangenen Jahr bei den Kommunalwahlen mit 37,3 Prozent der Stimmen sogar das Direktmandat gegen die CDU und SPD. Mit Trepper, Knopp und ihm selbst leben und wohnen gleich drei Kandidaten in Pavenstädt. »Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus diesem Stadtteil das erste Amt von Gütersloh bekleiden wird, ist nicht gering.«
Als kürzlich Morkes 14-jährige Tochter ihn fragte: »Papa, wenn du Bürgermeister wirst, werde ich dann von einem Chauffeur zur Schule gebracht?«, antwortete er ihr spontan: »Nein, den Dienstwagen schaffen wir als erstes ab und steigen auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrrad um.«

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