Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel (72) besucht Theater und Stadt  Gabriel genießt Gütersloh 

Gütersloh (WB). Er war mal ganz oben. Er war aber auch mal ganz unten. Nach seinem Riesen-Hit »Hey Boss, ich brauch mehr Geld« kam der finanzielle Absturz. Doch der beliebte Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel hat sich wieder hochgekämpft. Jetzt hat der 72-Jährige Gütersloh besucht und erklärt, warum er einem großen Unternehmen in dieser Stadt seine Karriere zu verdanken hat.

Von Wolfgang Wotke
Endlich wieder in Gütersloh, ruft Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel, der sich auf der Dachterrasse der Sky Lobby fotografieren lässt. In dieser Stadt habe ich drei Liebschaften gehabt, verrät der TV-Star.
Endlich wieder in Gütersloh, ruft Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel, der sich auf der Dachterrasse der Sky Lobby fotografieren lässt. In dieser Stadt habe ich drei Liebschaften gehabt, verrät der TV-Star.

 Diesmal hat Gunter Gabriel seine Gitarre im Auto gelassen. Staunend steht er vor dem weißen Prachtbau und bewundert die riesigen, durchsichtigen Fenster des Theaters. Er kann es kaum erwarten, bis er hineingehen und im Publikum Platz nehmen darf. »Nee, heute bin ich nicht der Star, sondern meine Freunde aus Berlin.« Und das sind allesamt Schauspieler am Renaissance Theater in der Bundeshauptstadt, die das Songdrama »Ewig jung« in Gütersloh aufführen. Und von diesem Ensemble schwärmt Gabriel in höchsten Tönen: »Was die zeigen, ist allererste Sahne. Wenn ich die Zeit habe, lasse ich mir keine Vorstellung entgehen und fahre der Truppe sogar hinterher.«

 Dann stiefelt er schnurstraks zur Kasse, holt sich seine reservierten Tickets ab und sucht nach seinen Kumpels, die er eingeladen hat. »Die kommen von überall her«, sagt er und freut sich plötzlich, dass zwei alte Gefährten bereits am Theatereingang auf ihn warten. Achim Schreiber ist extra aus Wuppertal angereist, um Gunter Gabriel zu treffen. Der umarmt ihn uns nennt ihn liebevoll »Leiche«. Warum das? »Nun, Achim ist mein Bestatter. Wir haben bereits vor langer Zeit vereinbart, dass er mich unter die Erde bringt, wenn ich mal den Löffel abgebe.« Schreiber lacht: »So ist er eben, der Gunter. Wir haben uns vor etlichen Jahren im Hamburger Hafen kennengelernt. Seitdem sind wir dicke Freunde.«

Echte Truckerliebe

 Neben ihm steht Linth Hendriksen aus Osnabrück, selbst Sänger mit eigener CD (»Der Seemann«) und Gabriels ständiger Begleiter. »Der Linth ist singender Trucker und transportiert russische Rennpferde. Wir sind uns mal in Berlin auf einem Rasthof begegnet. Daraus ist eine echte Truckerliebe entstanden.«

 Wenn Gunter Gabriel an Gütersloh denkt, dann blickt er zurück auf eine wie er sagt »traumhafte Zusammenarbeit« mit Bertelsmann. »Ich stand bis in die 90-er Jahre bei Ariola unter Vertrag, habe Millionen verdient. Die haben meine großen Songs herausgebracht. Wir haben gemeinsam 15 Langspielplatten produziert. Ohne Bertelsmann wäre ich heute ein Nichts.« Der Komponist, Texter, Produzent und Synchronsprecher hofft, bald wieder mit dem Medienkonzern Geschäfte zu machen: »Ich verhandle gerade mit Random House über die Vermarktung meines Buches.« Es handelt von seinen berühmten »1000-Euro-Wohnzimmerkonzerten«, mit denen er sich wieder finanziell auf die Beine gebracht hat.

 Sein wildes Leben (vier gescheiterte Ehen, Alkoholprobleme) scheint er hinter sich gelassen zu haben. Im Oktober 2014 hatte er einen leichten Schlaganfall erlitten (»Eine Warnung vom lieben Gott«), mittlerweile gehe es ihm aber wieder gut. Lust mal ins Dschungel-Camp zu gehen? Gabriel: »Die hatten schon wieder angefragt und 150000 Euro geboten. Würde ich nie tun!«

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