Silke Niermann leitet seit Jahresbeginn die Gütersloher Stadtbibliothek  Sie will den Umbruch schaffen 

Gütersloh (WB). Weg vom gedruckten Buch, hin zu digitalen Medien: In dieser bedeutenden Phase des Umbruchs hat Silke Niermann (48) aus Herford jetzt die Leitung der Stadtbibliothek Gütersloh übernommen.

Von Carsten Borgmeier
Silke Niermann (48) ist gestern als neue Leiterin der Stadtbibliothek von Bildungsdezernent Joachim Martensmeier (60) vorgestellt worden. Die Herforderin tritt die Nachfolge von Petra Imwinkelried an. Niermann, Mutter zweier Töchter, ist Diplom-Bibliothekarin.
Silke Niermann (48) ist gestern als neue Leiterin der Stadtbibliothek von Bildungsdezernent Joachim Martensmeier (60) vorgestellt worden. Die Herforderin tritt die Nachfolge von Petra Imwinkelried an. Niermann, Mutter zweier Töchter, ist Diplom-Bibliothekarin.

 Vom Bildungsdezernenten Joachim Martensmeier ist die Diplom-Bibliothekarin gestern im Beisein von Anja Krokowski an ihrem neuen Arbeitsplatz vorgestellt worden. Krokowski hatte die Stadtbibliothek das letzte Halbjahr 2014 kommissarisch geleitet, da Niermanns Vorgängerin Petra Imwinkelried bereits Ende Juni zurück in die Schweiz gegangen war.

 Niermann ist dabei nicht nur die neue Leiterin der öffentlichen Bibliothek, sondern auch deren Geschäftsführerin. Denn das Haus mit einem Bestand von etwa 130000 ausleihbaren Medien und 24 Arbeitsplätzen wird als GmbH geführt, Gesellschafter sind mit 51 Prozent die Stadt Gütersloh sowie mit 49 Prozent die Bertelsmann-Stiftung.

 Genau diese bei öffentlichen Bibliotheken besondere Betriebsform sowie die Innovationskraft der früheren Leiterin Ute Klaassen hätten Silke Niermann bereits zu ihrer Studienzeit in Hamburg begeistert: »Gütersloh war schon damals für angehende Bibliothekare eine aufregende Adresse«, berichtete die 48-Jährige gestern im Pressegespräch.

 Über Führungserfahrung verfügt die Mutter zweier Töchter (16 und 18 Jahre alt) offenbar reichlich: 17 Jahre lang leitete sie zuvor die Stadtbibliothek Herford. Auch in den Häusern in Bielefeld und Duisburg setzte sie Zeichen. Fortführen möchte Niermann auf ihrem neuen Posten die innovativen Ideen, mit denen die Gütersloher Bibliothek seit ihrer Eröffnung 1984 bundesweit bekannt wurde.

 Schwerpunkte ihres zukünftigen Wirkens sollen die Leseförderung bei Kindern sowie der Ausbau digitaler Medien im Haus sein. Dass die Zeiten schwierig sind und die Gütersloher Stadtbibliothek personell wie finanziell Federn lassen musste, ist aber offensichtlich: »Die Ausleihen sind rückläufig, jedoch etablieren wir uns zunehmend als ein Ort der Kommunikation, als ein bedeutender Treffpunkt in der Stadt«, sagte Anja Krokowski.

 Auf den Posten in Gütersloh beworben hatten sich nach Auskunft von Dezernent Joachim Martenmeier insgesamt 14 Personen. Silke Niermann übernimmt jetzt eine beinahe doppelt so große Einrichtung wie in Herford. Beläuft sich dort der Medienbestand auf 80000, verfügt Gütersloh über 130000 Medien. An Ausleihen registrierte das hiesige Haus 642000, in Herford waren es 335000 (2014).

 Silke Niermann will in Ostwestfalen-Lippe den digitalen Ausleihverbund stärken.

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