Heimatverein Borgholzhausen feiert seine Stadt und den eigenen 125. Geburtstag »Wer hier geboren ist, hat Glück gehabt«

Borgholzhausen (WB/jog). Auf den Tag genau vor 125 Jahren legten eine Handvoll Männer mit dem »Aufpflanzen« einer schwarz-weiß-roten Fahne auf der Johanniskuppe den Grundstein für den Luisenturm. Eng mit dessen Geschichte verbunden ist die Entwicklung des Heimatvereins, damals mit dem Vorsatz gegründet, »Verschönerungen in unserer Stadt vorzunehmen«.

Stimmgewaltige Traditionspflege: die Sängerfreunde unter Leitung von Olga Dahlke und der von Friedrich Weigel dirigierte Männerchor überbrachten musikalische Geburtstagsgrüße.
Stimmgewaltige Traditionspflege: die Sängerfreunde unter Leitung von Olga Dahlke und der von Friedrich Weigel dirigierte Männerchor überbrachten musikalische Geburtstagsgrüße. Foto: Johannes Gerhards

Das 25-jährige Jubiläum fiel dem Ersten Weltkrieg zum Opfer, der 50. Geburtstag konnte wegen des Zweiten Weltkriegs nicht gebührend gefeiert werden, und auch beim 100-jährigen Bestehen fehlten 1993 die finanziellen Mittel für ein großes Fest. Zu einem solchen lädt man Familie und Freunde ein und sorgt für gutes Essen und Musik, sagt Jan Brüggeshemke 25 Jahre später bei der Begrüßung der Jubiläumsgäste im voll besetzten Saal bei Hagemeyer-Singenstroth.

Festakt am Morgen

Bereits am Vormittag hatten 40 geladene Besucher bei einem Festakt im Heimathaus fast zwei Stunden lang diverse Redebeiträge verfolgen dürfen, deshalb fasse er sich jetzt betont kurz. »Wer in Borgholzhausen geboren ist, hat Glück gehabt. Wer hierhin gezogen ist, hat die richtige Entscheidung getroffen«, betont Brüggeshemke. Der Heimatverein bringe »das Herz von Borgholzhausen mit zum Schlagen«.

Zu den musikalischen Gratulanten gehören der Männerchor, die Sängerfreunde, das Feuerwehrmusikorchester und Moderator Alexander Heim, dessen Nachname ihn geradezu dazu prädestiniert, weil er im Begriff Heimat enthalten sei. Das bescheinigt ihm kalauernd Horst Brunswick. Hinter dieser Kunstfigur verbirgt sich Kabarettist Ingo Börchers, der auch gleich seine Frau Daniela als »Hilde aus der Mülltonne« mitgebracht hat.

Jubelallee statt Jammerpatt

»Eine Stadt mit einem Bürgermeister namens Speckmann kann nicht am Hungertuch nagen«, behauptet Börchers und schlägt vor, den Jammerpatt in Jubelallee umzubenennen. Horst und Hilde agieren lebhaft wie die drei Tenöre, nur dass sie zu zweit sind und nicht singen können. Sie ziehen alle Register von Klamauk und Komik über Slapstick bis zum unverwechselbaren Wortwitz und pflegen den direkten Draht zum begeisterten Publikum.

Männerchor und Sängerfreunde widmen sich der Volksliedtradition, während der Feuerwehrmusikzug den Bogen spannt vom Rock’n Roll bis zu Michael Jackson und Tina Turner. »Nichts ist so beständig wie der Wandel« heißt es in der von Carl-Heinz Beune erstellten Festschrift, in der Jan Brüggeshemke den Heimatverein als »Bewahrer der Vergangenheit und Gestalter der Zukunft« bezeichnet. Der Vorsitzende und sein Vorgänger sind dieses Jahr übrigens zusammen so alt wie ihr Verein, wie ein findiges Vereinsmitglied herausgefunden hat.

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