Digitalisierung im Rathaus: Stadt Borgholzhausen erhält Innovationspreis Weniger Papier, mehr Übersicht

Borgholzhausen (WB/jog). »Zum Nutzen für uns und die Bürger sind wir dabei, die Verwaltung zu digitalisieren«, sagt Bürgermeister Dirk Speckmann. Ende 2016 sei in einem ersten Schritt die Homepage der Stadt umfassend erneuert worden, im vergangenen Jahr habe man sich dann dem Rechnungsworkflow gewidmet. Dafür wurde die Stadt jetzt ausgezeichnet.

Die Stadtverwaltung Borgholzhausen einen Innovationspreis der Axians Infoma erhalten: Stadtkämmerin Elke Hartmann, Bürgermeister Dirk Speckmann, Kerstin Niemeyer (Finanzbuchhaltung), Holger Schmelzeisen, Kai Eickmeier (beide axians infoma) und Doris Havertz (regio IT, von links)
Die Stadtverwaltung Borgholzhausen einen Innovationspreis der Axians Infoma erhalten: Stadtkämmerin Elke Hartmann, Bürgermeister Dirk Speckmann, Kerstin Niemeyer (Finanzbuchhaltung), Holger Schmelzeisen, Kai Eickmeier (beide axians infoma) und Doris Havertz (regio IT, von links) Foto: Johannes Gerhards

»Als gelungenes Beispiel für ein Digitalisierungsprojekt in einer sehr kleinen Kommune« bezeichnet Juror Prof. Dr. Jens Weiß von der Hochschule Harz das eingereichte Projekt. Das Unternehmen Axians Infoma hat den Innovationspreis für kommunale Verwaltungen im Jahre 2013 ins Leben gerufen. Insgesamt werden pro Jahr 10.000 Euro bereit gestellt. Die Hälfte geht an den Gewinner, den übrigen Betrag teilen sich die beiden Finalisten.

Pium im Finale

Seit fast 30 Jahren stehen für das Unternehmen Innovations- und Reformbestrebungen der Kommunen im Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Rund 1.100 Verwaltungen nehmen bundesweit die Serviceleistungen der Axians Infoma GmbH aus Düsseldorf in Anspruch, etwa 100 Kommunen haben deren System des Rechnungsworkflows bereits eingeführt.

Im Kern geht es um die digitale Erfassung aller Buchführungsaspekte in der Verwaltung. Dirk Speckmann konnte bereits vor zehn Jahren bei seinem damaligen Arbeitgeber damit gute Erfahrungen sammeln. Insofern gehe die Einführung auf seine Initiative zurück, betont Stadtkämmerin Elke Hartmann.

Schnell und bürgerfreundlich

Innerhalb eines halben Jahres sei die gesamte Finanzverwaltung des städtischen Haushalts einschließlich Wasserwerk, Abwasserbetrieb und Zweckverband Interkom umgestellt worden. »Seit dem 20. November 2017 arbeitet das System in Echtzeit, die Kollegen haben sich bereits dran gewöhnt und sind begeistert«, sagt Elke Hartmann. Der Überblick sei einfacher, die Wege kürzer, alles funktioniere schneller und bürgerfreundlicher.

Während sich Ralf Vieweg als Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste noch an die Karteikartenmaschine seiner Ausbildungszeit erinnern kann, hat Dirk Speckmann bereits die E-Akte als nächsten Schritt auf dem Weg zum papierarmen Büro im Blick. Unterstützung kommt dabei von der Gesellschaft für Informationstechnologie regio IT, mit der die Stadt seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.

Preisgeld für Projekte

Bestimmungsgemäß soll das Preisgeld nicht im städtischen Haushalt versickern, sondern sozialen Projekten zu Gute kommen. Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Schule und Sport haben sich in nicht öffentlicher Sitzung darauf geeinigt, den Betrag auf Familienzentrum und die Fördervereine der Grundschulen aufzuteilen. So darf sich Ina Hirch über eintausend Euro freuen, mit denen Gartenmöbel für die zentrale Flüchtlingsunterkunft angeschafft werden sollen.

Christine Weßling nimmt für den Förderverein der Violenbachschule Süd 750 Euro entgegen. Damit soll das Zirkusprojekt im Sommer unterstützt werden. Am Standort Nord fließen ebenfalls 750 Euro in die Finanzierung der Theateraufführung von »Zwerg Nase«.

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