Auch viele Bürger plädieren für Tourismus-Tafeln – Steinhagen und Borgholzhausen nehmen zweiten Anlauf »Dranbleiben, neu beantragen!«

Steinhagen/Borgholzhausen (WB). Auch wenn das NRW-Verkehrsministerium zwei Hinweistafeln an der A 33 abgelehnt hat, die auf Steinhagen und den Steinhäger sowie auf die Burg Ravensberg und das Ravensberger Land aufmerksam machen sollen (WB vom 28. Dezember) – sowohl die Gemeinde Steinhagen als auch die Stadt Borgholzhausen wollen 2018 einen neuen Anlauf nehmen, um diese »touristischen Unterrichtungstafeln« doch noch aufstellen zu dürfen.

Von Volker Hagemann

Das Ministerium hatte seine Ablehnung mit unzulässiger Produktwerbung für den Steinhäger und fehlendem historischen Ortskern begründet. Für Bürgermeister Klaus Besser zu engstirnig: »Ich glaube, dass wir in Nordrhein-Westfalen unter Niveau zurückbleiben und uns noch Heimatgefühle fehlen. In Süddeutschland hat man damit weniger Probleme; dort wirbt man an der Autobahn auch für Frankenwein und Holledauer Hopfen.« Anderswo gebe es sehr wohl Produktwerbung: »etwa an der A 9 für das Audi-Forum«, so Besser.

NRW-Heimatministerium mit ins Boot holen

Die Gemeinde will im kommenden Jahr einen neuen Antrag für eine Tourismus-Tafel stellen. »Dann sollten wir das neue NRW-Heimatministerium mit ins Boot holen«, plant der Bürgermeister. Es gehe auch um wirtschaftliche Aspekte: »Mit der Ablehnung verpasst NRW eine Chance, auf touristische Highlights hinzuweisen.« Nicht zuletzt mit dem Vorschlag, plattdeutsche Namen auf Ortsschildern zuzulassen, hat Heimatministerin Ina Scharrenbach gerade erst bekundet, sich für die Regionen einsetzen zu wollen.

Auch Borgholzhausen wird 2018 einen neuen Antrag für eine Tafel an der A 33 stellen, kündigt Bürgermeister Dirk Speckmann an: »Wolfhart Kansteiner, Vorsitzender der Burg-Stiftung, hat detaillierte Fakten zur Bedeutung der Burg zusammengestellt.«

Viel Zustimmung von Bürgern in sozialen Netzwerken

Der Rückhalt bei den Bürgern scheint groß zu sein: Wenn es um ihren Steinhäger und die Brennerei-Tradition geht, beweisen etwa die Steinhagener großen Lokalpatriotismus. Das zeigen auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken: »Peinliche Nummer aus Düsseldorf. Könnte gar aus Brüssel kommen« oder »Ein Beispiel dafür, wie die Rheinländer mit OWL umgehen – dranbleiben!« heißt es auf Facebook. Ebenso auf www.westfalen-blatt.de: »Schade und unverständlich. Gerade der Hinweis auf ›Genussregion Oberfranken – Land der Brauereien‹ macht deutlich, dass es auch anders geht. Mein Tipp: Konzept überarbeiten, neu beantragen«, so ein weiterer Kommentar.

Sponsoren für die Schilder gesucht

Für die Finanzierung der Tafeln – Dirk Speckmann spricht für beide zusammen von 20.000 Euro – wollen die Kommunen Sponsoren suchen, beispielsweise für Steinhagen die Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung.

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