Nach mehr als 30 Jahren muss der TV Jahn zum Jahresende ausziehen Tänzer in Raumnot

Borgholzhausen (WB/mk). Seit Mitte der 80er Jahre ist der große Tanzsaal, der im ersten Stock an das Hotel Meyer grenzt, nun schon die Heimat der Tanzabteilungen des TV Jahn. Hier wurde getanzt, gelacht und so manch schwierige Choreografie einstudiert.

Renate Neitzel und Bernhard Menne suchen Ersatz für die Räume an der Freistraße.
Renate Neitzel und Bernhard Menne suchen Ersatz für die Räume an der Freistraße. Foto: Malte Krammenschneider

Nun ist der Vorstand um seinen Vorsitzenden Bernhard Menne jedoch dazu gezwungen, sich nach einem neuen Trainingsraum umzusehen. Denn der am 31. Dezember dieses Jahres auslaufende Mietvertrag wurde von den Eigentümern nicht verlängert.

Am 3. Januar 1983 schloss Tänzer Heinz Exler den Mietvertrag mit der damaligen Eigentümerin des Gebäudes an der Freistraße, Gertrud Poppenburg. Der lang gehegte Wunsch eines eigenen Tanzraumes ging für die Tanzabteilung, die vorher in der Gaststätte von Karl Engelbarth trainierte, endlich in Erfüllung.

Viele Mitglieder beteiligten sich daran, den angemieteten, ehemaligen Tanzsaal wieder in Schuss zu bringen. Im Laufe der Jahre kamen neben Spiegeln auch eine Licht- und Musikanlage hinzu, sodass die Sportler in der Vergangenheit stets gute Trainingsbedingungen vorfanden.

Im Jahr 2011 wurde das Gebäude, in dem sich der Tanzraum befindet, von Arno General >erworben, der den Mietvertrag mit dem TV Jahn schließlich im Juni 2013 kündigte. »Wir sind danach aufeinander zugegangen und es gab auch Gespräche«, erklärt Vereinsvorsitzender Bernhard Menne. Doch leider sei der plötzliche Tod von Arno General dazwischen gekommen.

Weitere Versuche, eine Verlängerung des Mietvertrages mit der Erbengemeinschaft auszuhandeln, schlugen bisher fehl. Für den Borgholzhausener Sportverein ist diese Entwicklung bedauerlich, denn der Trainingsraum wird von etwa 300 der insgesamt 600 Mitglieder regelmäßig genutzt.

Allein die Tanzabteilung zählt über 200 Personen, die sich entweder dem Hip-Hop, Jazz- oder Ballett verschrieben haben. Wo in Zukunft getanzt wird, wissen die Verantwortlichen bis dato jedoch noch nicht. »Wir sind bereits vergangenes Jahr auf die Stadt zugegangen, die sich seither sehr bemüht zeigt. Unser Primärziel ist aktuell, etwas Vergleichbares anmieten zu können«, erklärt der Vorsitzende des TV Jahn Borgholzhausen.

Falls es bis zum kommenden Jahr kein Ergebnis gibt, erwägt der Verein, sein Angebot vorübergehend ins Bürgerhaus zu verlegen. Dies ist jedoch nur als Notlösung gedacht.

Bis Ende des Jahres geht allerdings alles seinen gewohnten Gang. »Die Kurse finden ganz normal statt«, sagt Bernhard Menne, der zugleich versichert, dass auch das beliebte »Café Jahn« im Rahmen des Weihnachtsmarktes ein letztes Mal im alt ehrwürdigen Tanzsaal stattfinden soll.

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