Diakonie sucht junge Menschen, die sich nach der Schule sozial engagieren wollen Lernen fürs Leben

Borgholzhausen(WB/jog). Wie soll’s bloß weitergehen im Leben? Nicht immer klappt der Übergang zwischen Schule und Beruf reibungslos. Beim freiwilligen Engagement im sozialen Bereich können Jugendliche Erfahrungen sammeln, die sich auch im weiteren Berufsleben positiv auswirken können.

Sie engagieren sich bei der Diakonie am Standort Borgholzhausen. Von links Sophie (Betriebspraktikum), Robine (Auszubildende in der Altenpflege) und Silja (FSJ).
Sie engagieren sich bei der Diakonie am Standort Borgholzhausen. Von links Sophie (Betriebspraktikum), Robine (Auszubildende in der Altenpflege) und Silja (FSJ). Foto: Gerhards

Das sieht auch die 20-jährige Robine so. Nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei der Diakonie hat sie nun an gleicher Stelle eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. Auch Silja (18) bestätigt: »Das ist eine schöne Erfahrung, man nimmt viel mit«. Ihr Engagement endet im Juli, sie wird im Herbst ein Studium der Sprachwissenschaften aufnehmen. Die Dritte und Jüngste im Bunde ist Sophie, die als Schülerin ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum absolviert hat.

»Wir bieten ambulante Alten- und Krankenpflege an. Das heißt, wir besuchen die Menschen zu Hause und sind zu Gast bei ihnen«, erklärt Annette Hoppe, die Pflegedienstleiterin am Standort Borgholzhausen, wo ab August zwei Stellen für das FSJ oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD) neu besetzt werden sollen.

Bei Einsatzbedingungen und Verdienst bestehen derzeit kaum Unterschiede. In der Regel liegen die Arbeitszeiten montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr, die monatliche Entschädigung beläuft sich auf etwa 380 Euro, 26 Urlaubstage pro Jahr inbegriffen. »Wir legen aber besonderen Wert auf Flexibilität«, sagt Annette Hoppe. Denn nicht zuletzt gehe es auch oft um die Entlastung von pflegenden Angehörigen.

Am Beginn einer Tätigkeit steht die unverbindliche Hospitation, damit die Interessenten einen eigenen Eindruck gewinnen können. Allerdings sei es keine einfache Zeit, eine gewisse Belastbarkeit werde schon verlangt. In den vergangenen Jahren habe man nur gute Erfahrungen gemacht und von allen Seiten positive Rückmeldungen erhalten, berichtet die Leiterin des Pflegedienstes.

Ein Großteil der Aufgaben besteht aus Fahrdiensten, deswegen ist in Borgholzhausen der Besitz des Führerscheins unabdingbare Voraussetzung. Die Klienten werden bei Einkäufen, Arzt- und Frisörbesuchen begleitet oder mit dem Essen auf Rädern versorgt. Dazu kommen Hilfe im Haushalt, Einblicke in die Pflege und einfache Bürotätigkeiten. So können die FSJ-ler und BFD-ler die unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen kennen und akzeptieren lernen.

Zum Dienst gehören auch einige mehrtägige Seminare, Exkursionen und Bildungsreisen. So erinnert sich Silja besonders gerne an ihren Aufenthalt in Budapest. »Außerdem fahren wir in jedem Jahr mit Pflegebedürftigen in die ›Villa Sonnenwinkel‹ auf Baltrum«, ergänzt Robine. Beim Einstieg ins Berufsleben habe sie von ihren Erfahrungen profitiert, und auch sonst könne ein freiwilliges soziales Jahr bei Bewerbungen für einen Arbeitsplatz durchaus Türen öffnen, sagt sie.Eine gute Bewertung in Sophies Praktikumsmappe ist da schon mal ein vielversprechender Ansatz.

Bei der Diakonie in Borgholzhausen sind derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere Auskünfte sind unter der Telefonnummer 05425/4100.

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