Stadtrat beschließt Gewerbe- und Industrieflächenkonzept »Die Lage an der A 33 nutzen«

Borgholzhausen(WB/jog). Der Piumer Stadtrat hat gegen die Stimmen von BU und Grünen ein Gewerbe- und Industrieflächenkonzept beschlossen, das auch die Möglichkeit der Erweiterung des Interkommunalen Gewerbegebietes (IBV) südlich der A 33 beinhaltet.

Blick auf das Interkommunale Gewerbegebiet (IBV) mit dem Nagel-Logistikzentrum links. Unterhalb der A 33 auf Versmolder Stadtgebiet markieren die beiden schraffierten Flächen die Suchräume für eine spätere mögliche Erweiterung des IBV. Ein Suchraum bildet nicht die tatsächliche Gewerbegebietsgröße ab.
Blick auf das Interkommunale Gewerbegebiet (IBV) mit dem Nagel-Logistikzentrum links. Unterhalb der A 33 auf Versmolder Stadtgebiet markieren die beiden schraffierten Flächen die Suchräume für eine spätere mögliche Erweiterung des IBV. Ein Suchraum bildet nicht die tatsächliche Gewerbegebietsgröße ab. Foto: Ulrich Fälker

»Wir decken den Bedarf der Region an einem dafür geeigneten Standort und tragen dabei auch Verantwortung für das nördliche Kreisgebiet«, sagte Bürgermeister Dirk Speckmann und warb im Rat eindringlich für breite Zustimmung für ein Industrieflächenkonzept, das für die nächsten 10 bis 20 Jahre Optionen sichern soll, damit sich Betriebe im interkommunalen Gewerbegebiet auch jenseits der A 33 ansiedeln können.

Über den Großteil des Konzeptes herrscht weitgehende Einigkeit, in der Frage eines dritten und womöglich vierten Bauabschnittes scheiden sich dagegen die Geister. Während Rolf Syassen für die SPD-Fraktion anmahnte, man müsse auch an den Partner Versmold denken, auf dessen Gebiet kaum noch Flächen zur Verfügung ständen, warnte Markus Kemper von den Grünen vor einer Vorratshaltung und der damit verbundenen Schaffung von möglichen Sach- und Vermarktungszwängen.

»Eine Grundsatzentscheidung ohne Nachweis des konkreten Bedarfes ist mit uns nicht zu machen«, sagte Kemper. BU-Ratsherr Reiner Meyerhoff stellte die Frage, wie viel Gewerbe man im ländlichen Raum noch haben wolle, und auch sein Fraktionskollege Dierk Bollin hob die Bedeutung eines attraktiven Landschaftsbildes für Borgholzhausen hervor: »Ein dritter Bauabschnitt ist für uns ein absolutes No Go«.

Dem entgegnete Dirk Speckmann, es wäre töricht, die vorhandene Lagegunst an der A 33 nicht zu nutzen und bezog sich damit auch auf Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT GmbH, der unlängst vor dem Haupt- und Finanzausschuss den Strukturplan 2016 für den Kreis Gütersloh erläutert hatte. »Das Land möchte eine Verringerung des Flächenverbrauchs, legt den Fokus aber eindeutig auf die bestehenden Verkehrsachsen«, so der Bürgermeister. Jürgen Aufderheide (FDP) betonte in Anspielung auf den Ausnahmefall Homann, dem sogar Grüne und BU wegen Absicherung heimischer Arbeitsplätze zustimmen würden: »Sonderfälle helfen, vorhandene Barrieren zu überwinden«. Man müsse Lösungen suchen gegen eine weitere Verschlechterung der kommunalen Finanzen.

Dem schloss sich auch Rolf Westmeyer aus der CDU-Fraktion an, der zusätzlich anmerkte, dass für investitionswillige Unternehmen weniger die Grundstückspreise als vielmehr eine geeignete Umgebung ausschlaggebend seien. Auf Christian Poettings (BU) Einwand in Bezug auf die Qualität der Arbeitsplätze hob Speckmann hervor, dass der Zweckverband durchaus wählerisch sei und erst kürzlich Anfragen von interessierten Investoren nach sieben beziehungsweise neun Hektar großen Grundstücken abgelehnt habe.

Nachdem ein Antrag der BU auf Ausklammerung der IBV-Thematik abgelehnt wurde, entschied der Rat mit Stimmen von SPD, CDU und FDP gegen BU und Grüne mit 16 zu 9 für die Annahme des Flächenkonzeptes.

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